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Altes Cessna-Flugzeug: Letzte Luftfahrt am Kran wird zum Balanceakt

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Von: Tobias Gmach

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Das Flugzeug wurde gesichert und dann am 46-Meter-Kran hochgezogen.

Ein Flugzeug, das an einem Kran schwebt: Darüber dürfte sich so mancher am Mittwochvormittag in Gilching gewundert haben. Hier kommt die Erklärung.

Oberpfaffenhofen/Gilching – Ihre vermutlich letzte Luftfahrt hatte eine ausrangierte Cessna am Mittwochvormittag. Die Triebwerke des Flugzeugs, das so mancher Gilchinger und Oberpfaffenhofener bemerkt haben dürfte, mussten dafür allerdings nicht gestartet werden. Ein Kran beförderte es, an zwei dicken Gurten hängend, vom Sonderflughafen Oberpfaffenhofen auf das Gelände der Firma Aero-Bildung in unmittelbarer Nachbarschaft. Dort ist es künftig im Einsatz – für Ausbildungszwecke.

Die Aktion dauerte ganze vier Stunden, berichtet Aero-Bildung-Geschäftsführer Robert Voit. Zwischen 9 und 13 Uhr sei die dafür engagierte Firma beschäftigt gewesen. Die Cessna musste zunächst an den Rand des Flughafens geschleppt und dann für den Lufttransport vorbereitet werden. „Sie wurde angehängt, gesichert und austariert“, sagt Voit. Die Maschine ins Gleichgewicht zu bringen, gehöre bei solch einer Aktion zu den kniffligsten und zeitaufwendigsten Aufgaben. „Und eine ordentliche Höhe war nötig. Wir mussten ja über die Bäume drüber“, erklärt Voit. Der verwendete Kranausleger sei 46 Meter lang und könne 250 Tonnen tragen.

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Balanceakt: Viel Vorbereitung war nötig, damit die Cessna vom Flughafen in Oberpfaffenhofen auf das Gelände der Firma Aero-Bildung transportiert werden konnte.

Aero-Bildung gibt es seit 18 Jahren, seit zehn sitzt die Firma außerhalb des Flughafens. „Aber so etwas hatten wir noch nie“, sagt der Geschäftsführer. Das Unternehmen bildet Fluggerätmechaniker und -elektroniker für den IHK-Abschluss oder für internationale Lizenzen, vor allem praktisch und technisch. An den alten Flugzeugen und Hubschraubern schrauben die Schüler, die aus verschiedensten Unternehmen kommen, herum. Sie bauen Teile ein und wieder aus und führen Wartungsarbeiten aus. Unter anderem an den Dornier-Typen 228 und 328 und dem Hubschraubern Bell UH-1 und BK 117. Voit: „Mit der Cessna erweitern wir die Vielfalt unserer Ausbildung.“

Zu Herkunft und Eigentümer der alten Cessna möchte Voit öffentlich nichts sagen. Er erklärt aber, dass es gar nicht so einfach ist, ausrangierte Flieger für die Ausbildung zu bekommen. „Es dauert für uns oft sehr lange, Fluggeräte aufzutreiben. Die Wege sind sehr unterschiedlich. Manchmal können wir sie kaufen, manchmal bekommen wir sie als Dauer-Leihgabe.“ Normalerweise werden die Maschinen per Lastwagen-Tieflader angekarrt. Dass die Cessna per Kran „schnell mal“ rübergehoben werden konnte, nennt Voit einen „glücklichen Umstand“. Er berichtet: „Die meisten Geräte kommen aus Deutschland, wir haben auch schon mal einen Hubschrauber in Neuseeland gekauft. Er wurde in Einzelteile zerlegt und dann zu uns gebracht.“

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