Asylunterkünfte 

Walter spricht von Skandal

Gilching – Kurz vor dem Baubeginn cancelt die Regierung die geplante Unterbringung an der Landsberger Straße.

„Die Regierung von Oberbayern macht es sich leicht“, ärgert sich Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. Mit „fadenscheinigen Begründungen“ sei das Projekt Asylunterkünfte an der Landsberger Straße gecancelt worden. Nun muss der Landkreis in die Bresche springen. Die Bäume auf einem 5000 Quadratmeter großen Areal der Straßenmeisterei an der Landsberger Straße sind gefällt, die Krähennester entfernt. Baubeginn für eine Asylunterkunft unter Federführung der Regierung von Oberbayern war für Freitag geplant. 

Für 144 Personen: Containersiedlung an der Weßlinger Straße

Bis spätestens Herbst sollte die Unterkunft bezugsfertig sein. „Vor drei Tagen wurde uns mitgeteilt, dass das Projekt gestorben ist und dass wir nun die zusätzlich beschlossene Container-Anlage an der Weßlinger Straße schnellstmöglich verwirklichen sollen“, schimpft Gilching Bürgermeister Manfred Walter. Er nennt es „einen Skandal, dass sich der Freistaat mit fadenscheinigen Begründungen rauszieht. Plötzlich ist der Standort ungeeignet, und selbst die Krähen wurden als Begründung herangezogen. 

Die Asylfrage ist eine Bundesaufgabe, „und wenn der Bund nicht einspringt, wird es zur Landesaufgabe. Wir sind viel zu gutmütig und müssten viel mehr Druck ausüben“, schimpft Walter. Für Dienstag wurde nun kurzfristig die Containersiedlung an der Weßlinger Straße auf die Tagesordnung im Gemeinderat genommen. Sie ist für 144 Personen konzipiert. „Da wir die Flächen zur Verfügung stellen, geht es in der Sitzung nur noch um den Pachtvertrag zwischen Landratsamt und Kommune“, erklärt der Rathauschef. Er vermutet aber, nachdem auch Landrat Karl Roth sein Kommen angesagt hat, dass es auch eine Diskussion darüber geben werde, inwieweit die Regierung ihren Aufgaben gerecht wird. 

Container stehen in Slowenien fertig zur Abholung bereit

Um die Asylbewerber nicht im Regen stehen zu lassen, soll bereits am Mittwoch mit dem Aufbau der Container an der Weßlinger Straße begonnen werden. „Es handelt sich um die Container, die für die Landsberger Straße gedacht waren. Sie stehen fertig zum Abholen in Slowenien bereit. Wenn alles nach Plan läuft, wird Mitte Juli Einzug gehalten.“ Wer genau kommen wird, weiß Walter nicht. „Ich denke, dass eine Umlegung der Menschen stattfindet, die in den Zeltstädten untergebracht waren, die nun aufgelöst werden.“ Der Kommune steht aber noch ein weiteres Problem ins Haus. „Wir haben mittlerweile 30 anerkannte Flüchtlinge, für die wir schnellstmöglich eine Wohnung zur Verfügung stellen müssen.

Von Uli Singer

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