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Wenig belebt: das Jugendhaus an der Weßlinger Straße in Gilching.

Antrag im Gemeinderat

Aus zwei mach eins: SPD schlägt Zusammenlegung von Jugendhaus und Jugendtreff in Gilching vor

Nicht weniger als die Zukunft der Jugend und wo sie sich aufhalten kann, hat ein SPD-Antrag im Gilchinger Gemeinderat zum Gegenstand. Er soll in der nächsten Sitzung behandelt werden.

Gilching – Um die Zukunft der Jugend dreht sich ein Antrag, mit dem sich Gilchings Gemeinderäte in der kommenden Woche befassen. Antragsteller ist die junge Frauen-Riege der SPD. Unter Federführung von Jugendreferentin Sophie Hüttemann regen die SPD-Gemeinderätinnen eine Zusammenlegung des abseits gelegenen Jugendhauses an der Weßlinger Straße mit dem zentralen Jugendtreff an der Rathausturnhalle an.

Seit Jahren dümpelt das Jugendhaus vor sich hin. Aktionen finden selten statt. So selten, dass schon eine Künstlerin nachfragte, ob sie das Gebäude anmieten könne. Auf der Internetseite der Einrichtung ist seit Wochen unverändert zu lesen, dass angesichts „Corona, Krankheit und Urlaub“ erst wieder am 8. Juli geöffnet wird. In den vergangenen Jahren wiesen kritische Gemeinderäte mehrmals darauf hin, dass das Jugendhaus nicht angenommen werde und man sich das Fachpersonal sparen könne. Derzeit beschäftigt die Gemeinde zwei hauptamtliche Sozialpädagogen sowie eine 450-Euro-Kraft.

In ihrem ersten Antrag der neuen Wahlperiode greifen Jugendreferentin Hüttemann sowie ihre Fraktionskolleginnen Kerstin Königbauer und Selina Rieger das leidige Thema auf. „Der Gemeinderat beschließt, die Institution Jugendhaus von den bisherigen Räumlichkeiten an der Weßlinger Straße in die bestehenden Räumlichkeiten des Jugendtreffs an der Rathausstraße zu integrieren“, lautet ihr Ansinnen.

Hüttemann begründet dies unter anderem damit, dass die eher negative Entwicklung des Jugendhauses in den vergangenen Jahren Anlass zu neuen Ideen gegeben habe. Zum einen werde das Angebot des Jugendhauses – ursprünglich Treffpunkt für 16- bis 27-Jährige – zu wenig genutzt. Andererseits habe eine Umfrage innerhalb dieser Zielgruppe ergeben, dass so ein Angebot gewünscht sei, jedoch an zentraler Stelle. Da biete sich an, das Jugendhaus in den seit Eröffnung vor zwei Jahren „toll entwickelten Jugendtreff“ zu integrieren, betont Hüttemann. Willkommen sind dort Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren.

Gut vorstellen könne man sich, dass die Räumlichkeiten unter der Rathausturnhalle generell „eine Anlaufstelle für alle Jugendlichen zwischen 12 und 21 Jahren“ wird. Hüttemann beschreibt auch, wie sie sich die künftige Aufgabenteilung vorstellt, und fordert gleichzeitig verlängerte Öffnungszeiten. „Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang, dass alle Sozialpädagoginnen und -pädagogen beider Häuser ein Konzept für die Nutzung der gemeinsamen Räumlichkeiten erstellen.“ Ein wichtiges Anliegen ist ihr die Öffnung an Samstagen, „da viele Kinder und Jugendliche unter der Woche bereits einen eng getakteten Zeitplan durch andere Verpflichtungen haben und der Samstag daher für Freizeitaktivitäten geeignet erscheint“. Auch die Öffnung während der Ferienzeiten sei notwendig. Hüttemann schlägt vor, „vom bisherigen Modell, parallele Schließung beider Häuser über denselben Zeitraum, abzuweichen und sicherzustellen, dass die zusammengelegten Räumlichkeiten immer geöffnet sind“.

Eine Vorbesprechung hat bereits in nichtöffentlicher Sitzung des Gilchinger Bildungs- und Jugendausschusses stattgefunden. Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 21. Juli, im Veranstaltungssaal des Rathauses ist um 19 Uhr.

Uli Singer

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