Wasserschutzgebiet

Nach acht Jahren in trockenen Tüchern?

Gilching - Nach acht Jahren Planung, Altlastenuntersuchungen und Überarbeitung veralteter Unterlagen geht die Ausweisung des Wasserschutzgebiets für Brunnen IV in Gilching am Montag endlich in die Anhörung.

Das geplante Schutzgebiet für Brunnen IV erstreckt sich von den Kiesgruben in Gilching und Weßling über die Autobahn München-Lindau inklusive Tankstelle, den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bis nach Hochstadt durch. Insbesondere die Bauern legten seinerzeit Protest ein, da sie seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit einem landwirtschaftlichen Berater auf übermäßige Düngung verzichten. Die Nitratbelastung im Gilchinger Trinkwasser war nachweislich unter Durchschnitt gesunken. Es gehe nicht darum, die Auflagen für Landwirte zu erhöhen, versicherte Bürgermeister Walter vor vier Jahren. Sie unterlägen durch ihre freiwillige Vereinbarung weit höheren Auflagen als sie bei der Wasserschutzzone III-B kommen würden. Vielmehr gehe es um Gefahrenquellen, gegen die man rechtlich nicht abgesichert sei: Dazu zählen Kiesabbau, Straßenbau, Autobahn und Tankstellen. Hydrogeologe Johannes Straub hatte jedoch festgestellt, dass die Bevorzugung der Landwirte gegenüber Flughafen und Kiesgrubenbetreibern einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung gleichkomme. Das Ratsgremium schloss sich mehrheitlich dieser Meinung an, auch die landwirtschaftlichen Flächen trotz Protest der Bauern im Verbotskatalog für III-B-Zonen mit aufzunehmen.

Der jüngste Anlauf für eine Anhörung erfolgte zuletzt im November 2015. Die hätte im Landratsamt Starnberg stattfinden sollen. Und das Verfahren hätte im Anschluss abgeschlossen werden sollen, wenn diesmal nicht Betroffene festgestellt hätten, dass angesichts des langen Zeitraums notwendige Unterlagen veraltet sind. Darüber hinaus gab es bei einigen Flächen einen Besitzerwechsel. Dem konnte seitens der Behörde nichts entgegengesetzt werden.

„Es ist leider ein sehr aufwändiges Verfahren. Unter anderem nahm die Untersuchung von Verdachtsflächen auf Altlasten viel Zeit in Anspruch“, erklärte damals Veronika Jost, zuständige Sachbereichsleiterin im Landratsamt Starnberg. Um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, mussten die Unterlagen auf den neuesten Stand gebracht und ein neuer Termin für das Anhörungsverfahren festgesetzt werden. Dies ist nun mittlerweile geschehen. Die Anhörung findet heute nichtöffentlich statt.

Die Möbel sowohl für Veranstaltungs- als auch Sitzungssaal sind da und bereits aufgestellt, erklärt Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. Ein Glücksfall, denn anlässlich des Anhörungsverfahrens für das im Jahr 2008 beantragte Wasserschutzgebiet Zone B III für Brunnen IV werden ungefähr 60 Teilnehmer erwartet.

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