Die Gemeinde Gilching setzt auf Fotovoltaik. Entlang der Autobahn soll eine Freiflächenanlage entstehen.
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Die Gemeinde Gilching setzt auf Fotovoltaik. Entlang der Autobahn soll eine Freiflächenanlage entstehen.

Die Gemeinde Gilching setzt auf Fotovoltaik

Bahn frei für Fotovoltaik an der Autobahn

Gilchings Gemeinderäte haben das Projekt Fotovoltaik-Freianlage entlang der Autobahn München-Lindau abgesegnet. Dafür musste ein aufwendiges Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht werden.

Gilching – Das Thema stand bereits im September vorigen Jahres auf der Tagesordnung. Schon damals fanden Gilchings Gemeinderäte, dass mit der Erzeugung von Solarenergie ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet werde. Ein Ingenieurbüro in Landsberg wurde mit der Durchführung einer Potenzialermittlung beauftragt. Das Büro untersuchte das gesamte Gemeindegebiet und ermittelte schließlich Konzentrationsflächen im Südosten von Geisenbrunn entlang der Autobahn. Der raschen Umsetzung einer Fotovoltaik-Freianlage jedoch stand im Wege, dass es sich bei dem rund 21 Hektar großen Areal derzeit um rein landwirtschaftliche Flächen handelt. Eine Fotovoltaik-Anlage ist jedoch kein privilegiertes Vorhaben.

„Ohne Anpassung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes geht da nichts“, sagte Bauamtsleiter Max Huber in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Er wies zudem darauf hin, dass die Anlage nicht von der Gemeinde, sondern von privater Hand betrieben werde. Wünschenswert aber sei eine rege Bürgerbeteiligung, unter anderem wäre dies durch ein so genanntes Bürger-Solarkraftwerk umsetzbar. Bürgermeister Manfred Walter ergänzte, dass mit der wohl größten Solaranlage im Landkreis Starnberg „ein wichtiger Schritt in die gewünschte Richtung“ getan werde. Mit Aufstellung des Bebauungsplans und dem parallel dazu laufenden Verfahren Flächennutzungsplan Sondergebiet „Freiflächenfotovoltaik“ ist die rechtliche Grundlage für eine Bauleitplanung für insgesamt acht Projektflächen gegeben.

Gestartet werden soll mit drei Anlagen. Die Projektflächen eins bis drei befinden sich unmittelbar an der Autobahn. Der Abstand zum nächsten zusammenhängenden Wohngebiet beträgt rund 580 Meter. Das Planungsgebiet ist über die Autobahn, die Staatsstraße 2068, die Römerstraße Richtung Gut Hüll und einige Wirtschaftswege angebunden. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem der „Netzverknüpfungspunkt zur Einspeisung des erzeugten Stroms in das Netz des örtlichen Netzbetreibers“ – in diesem Falle die Bayernwerk Netz GmbH.

Huber betonte, dass durch die optimale Anbindung „nur wenige zusätzliche Eingriffe in Natur und Landschaft durch Leitungstrassen oder Erschließungsmaßnahmen“ notwendig würden. Gegen Rosmarie Brosig (BfG) wurde die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Sondergebiet Freiflächenfotovoltaik südlich der BAB“ – vorerst für die drei favorisierten Flächen – beschlossen. Dieser geht nun in die frühzeitige Auslegung. Im zweiten Schritt werden die eingehenden Anregungen beteiligter Behörden wie auch betroffener Bürger entsprechend gewürdigt und berücksichtigt, bevor der Bebauungsplan in die zweite Auslegung geht.

Uli Singer

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