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Das Gebäude des S-Bahnhofs Gilching-Argelsried: Der gesamte Bahnhof ist noch eine Baustelle. 

Bahnhof Gilching-Argelsried

„Arbeiten noch nicht abgeschlossen“

Gilchings Grüne beklagen fehlende Barrierefreiheit, obwohl der Umbau noch gar nicht abgeschlossen ist. 

Gilching– Peter Unger, Grünen-Gemeinderat in Gilching, ist unzufrieden. In einem Antrag an den Gemeinderat beklagt er die fehlende Barrierefreiheit am S-Bahnhof Argelsried. Und er fordert umgehend Maßnahmen. Im Gilchinger Bauamt herrscht indessen Verwunderung über den Antrag.

„Der Landkreis Starnberg hat vor kurzem einen Aktionsplan gemäß der UN-Behindertenkonvention erstellt“, sagt Unger. In diesem Zusammenhang sei es absurd, dass im Rahmen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen des Gilchinger Bahnhof „die Barrierefreiheit unzulänglich gelöst beziehungsweise nicht vorhanden ist“, schimpft er. Dabei habe er als Referent für Behindertenangelegenheiten schon bei der Planung darauf hingewiesen.

Ungers Kritikpunkte: Zum Vorplatz des Bahnhofsgebäudes gebe es keinen barrierefreien Zugang. „Der Vorplatz und damit der Zugang zum Café sind nur über einen fünf Zentimeter hohen Ansatz erreichbar.“ Rollstuhlfahrer müssten über das Kino einen Umweg in Kauf nehmen. „Hier ist es besonders unverständlich, dass der Zugang zum Bahnhofsgebäude von der Straßenseite aus auf mehrer Meter neu asphaltiert und wieder eine fünf Zentimeter hohe Stufe hergestellt wurde“. Larissa Lins, Architektin der Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer, habe zudem festgestellt, dass am Eingangspodest Handläufe für gehbehinderte Menschen und Stufenmarkierungen für Sehbehinderte fehlten, dazu komme eine für Rollstuhlfahrer ungeeignete Pflasterung am Anfang der Rampe und das nicht behindertengerechte WC, das beidseitig mit dem Rollstuhl angefahren werden können muss. Unger fordert die Gemeinde auf, die Missstände umgehend zu beseitigen.

Im Gilchinger Rathaus sind Ungers Kritikpunkte bekannt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte sich Unger unter dem Punkt Sonstiges darüber beschwert, dass bei den Radständern eine Bordsteinkante am Fußweg vor allem Rollstuhlfahrern das Leben erschwere. „Da hatte er recht, wir haben uns darum gekümmert, das wird mit Blech ausgebessert“, sagt Bauamtsleiter Max Huber. Dass Unger nun mit einem derartigen Antrag ums Eck komme, wundere ihn schon. „Er hätte uns auch einfach anrufen können. Aber als Politiker muss man das wohl so machen.“ Tatsache sei, dass die Arbeiten am Bahnof längst nicht abgeschlossen seien. Abgesehen davon erfolge der Umbau „barrierefrei nach den gesetzlichen Vorschriften“.

„Das Bauvorhaben wurde aufgrund der gesetzlichen Vorgaben bauaufsichtlich durch die Genehmigungsbehörde im Landratsamt Starnberg genehmigt und zuvor auch vom Gemeinderat Gilching so gebilligt“, erklärt Huber. Und er weist auch Ungers Vorwurf zurück, die Gemeinde verstoße gegen Vorgaben und die UN-Behindertenrechtskonvention. Im Bahnhofsgebäude allerdings gebe es gewisse Zwänge – „da lässt sich manches nicht so leicht umsetzen“. Die Toilette sei aus eben diesen Gründen zwar barrierefrei, aber nur einseitig anfahrbar. „Das Erdgeschoss des Bahnhofs ist mit sehr hohem Aufwand innerhalb des Kostenrahmens schwellenlos renoviert worden“, erklärt Huber. „Ich werde mir das aber alles noch mal anschauen“, sagt er.

ph

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