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Im „SchichtWerk“ dürfen Kinder alles anfassen und anprobieren und sich dann beeindruckt von Bajuwa ren und Römern Geschichte erklären lassen.

Werson-Haus

Bajuwaren erstürmen das erste Museumsfest in Gilching

Gilching – Im neuen „SchichtWerk“ im Werson-Haus an der Bruckerstraße standen am Samstag beim ersten Museumsfest die Römer und Bajuwaren im Fokus. Nicht nur Erwachsene, sondern auch viele Jugendliche und Kinder beteiligten sich aktiv an Gilchings Geschichte, da Ausstellungsstücke nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen sind.

„Wir haben in der Schule Latein, und da kann man sich in der Ausstellung vieles abschauen. Die Ereignisse sind sehr gut dargestellt“, sagte die 14-jährige Gymnasiastin Raffaele. Ihre gleichaltrige Freundin Rene fand es außerdem hilfreich, dass historische Fundstücke angefasst werden können und dass sich die Initiatoren geduldig den Fragen stellten. „Wir werden künftig noch sehr oft kommen“, versprachen beide.

Thema des ersten Museumsfestes seit Eröffnung vor gut einem Monat waren die Römer und Bajuwaren, wie sie gelebt und gearbeitet haben und mit welch’ einfachen Mitteln sie unter anderem Werkzeuge und auch Straßen anfertigen beziehungsweise bauten.

Manfred Gehrke vom Verein erklärte den Besuchern anhand eines Modells den Aufbau der Römerstraße. „Es war wie auch heute. Bevor gebaut wurde, waren die Landvermesser, meist Angehörige der römischen Pioniertruppen, gefordert.“ Zum Vermessen reichte eine einfache Konstruktion eines Lots, das Gehrke anhand von Relikten nachgebaut hatte. „Der Unterbau und der Straßenbelag bestanden im Gilchinger Raum aus ortstypischem Kiesschotter, der aus unmittelbar parallel zur Straße nahegelegten Materialgruben gewonnen wurde“, betonte er. Bereits damals wurde daran gedacht, die Straße frei von Pfützen zu halten. Dazu wurde durch eine Wölbung zur Straßenmitte hin versucht, das Regenwasser in zwei beiderseits der Straße ausgehobene Gräben abzuleiten. „Diese und die Materialgruben sind heute noch im Gelände nachzuweisen“, betonte Gehrke.

Für findige Schatzsucher wiederum stand eine nachgebaute römische Schatzkiste mit kompliziertem Schließwerk zur Verfügung. Gelang das Öffnen, gab es eine Belohnung. Im Außenbereich demonstrierten bajuwarische Darsteller historische Kleidung, Schilder, Schwerter und die Kunst des Perlenmachens. Reißenden Absatz fanden die Kekse, die Vorsitzende Annette Reindel anhand aufgefundener römischer Rezepte nachgebacken hatte. „Der Zucker fehlt halt“, meinte ein Feinschmecker.

„SchichtWerk“ ist jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr (außer Ferien und Feiertagen) und an jedem zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Einzel- und Gruppen-Führungen können Termine vereinbart werden. Möglich sind auch Kindergeburtstage mit Programm. Informationen auf www.schichtwerk-gilching.de.     ph

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