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Mit Rollatoren durch den Ort, das kann ganz schön mühsam sein. Gilchings Senioren ermittelten bei einer Spurensuche jede Menge Stolperfallen. 

Barrierefreiheit

Gemeinde startet Umfrageaktion

Schritt für Schritt soll Gilching barrierefrei werden. Jetzt hat die Gemeinde unter Geschäftsinhabern und sozialen Einrichtungen eine Umfrageaktion gestartet. 

Gilching – Den Anstoß gab ursprünglich der Seniorenbeirat, der im Mai 2015 zu einer Spurensuche eingeladen hatte. Im Anschluss übergaben die Senioren ein umfangreiches Konzept mit aufgespürten Stolperstellen an die Kommune. Unter dem Motto „Gemeinsam stärken“ hat auch das Landratsamt Starnberg dazu aufgerufen, einen Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen zu erarbeiten und Schwerpunkte vor allem auch umzusetzen. Die Auftaktveranstaltung dazu fand im Februar 2016 im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching statt. Bei der Spurensuche des Gilchinger Seniorenbeirats, an der Betroffene, Entscheidungsträger und Vertreter der Polizei eingeladen hatten, waren einige Stolperstellen aufgefunden worden (wir berichteten). Es stellte sich heraus, dass nicht nur viele Randsteine für Rollstuhlfahrer und Benutzer von Rollatoren unüberwindbar sind, sondern auch etliche Geschäfte durch zu hohe Stufen am Eingang nicht besucht werden können. Zudem ist der einzige Briefkasten im Ortszentrum beim Edeka am Bahnhof viel zu hoch angelegt, sodass der Einwurfschlitz für kleinere Menschen und auch für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar ist.

„Das ist ein Problem, dass sich eigentlich leicht beheben lässt“, sagt Bauamtsleiter Max Huber. Die Anregung habe er bereits an den Gilchinger Arbeitskreis „Gemeinsam stärken“ weitergegeben. Die Umfrage in der Gemeinde wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis initiiert, dem Mitarbeiter der Verwaltung und des Vereins Ohrmuschel angehören. Befragt werden heimischen Geschäfte, Arztpraxen, Vereine, Schulen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche und weitere Institutionen, insgesamt 200 an der Zahl. „Wir haben einen entsprechenden Fragebogen für einen barrierefreien Wegweiser verschickt und hoffen, dass sich viele der Angeschriebenen auch beteiligen“, betont Huber.

Unter anderem wird abgefragt, inwieweit die Zugänge stufenlos oder aber Aufzüge vorhanden sind, ob es Klingeln gibt, um Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtungen um Hilfe zu bitten, oder ob für Menschen mit Schwerbehinderten-Ausweisen finanzielle Vorteile gelten. Einen Rückumschlag hat die Kommune beigefügt.

Die ausgefüllten Fragebögen sollten bis spätestens 1. Februar zurückgeschickt werden. „Sollte jemand keinen Fragebogen erhalten haben, sich aber an der Umfrageaktion beteiligen wollen: Anruf genügt, wir schicken ihn noch zu. Er kannaber auch im Rathaus abgeholt werden“, sagt Huber. Sobald die Antworten eingegangen und ausgewertet sind, werden die Ergebnisse der Umfrage innerhalb der diversen Arbeitskreise öffentlich diskutiert und Verbesserungsvorschläge mit den jeweiligen Institutionen abgesprochen. Huber: „Nur durch die Kreativität und Unterstützung aller Bürger kann das Ziel gelingen, die Gemeinde Gilching so zu gestalten, dass Menschen mit und ohne Behinderung gut zusammenleben können und der rücksichtsvolle und respektvolle Umgang miteinander selbstverständlich ist.“

Für Fragen und Anregungen stehen Max Huber sowie Marc Luplow von der Gemeindeverwaltung unter Telefon(0 81 05) 38 66 61 zur Verfügung. Der Fragebogen ist auch im Internet unter www.gilching.de abrufbar.

Uli Singer

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