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Um dieses Grundstück in der Ortsmitte von Gilching geht es.

Raiffeisenbank

Bebauung im Gilchinger Zentrum: Weniger soll mehr werden

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Die Raiffeisenbank Gilching lässt ihre umstrittenen Pläne für den Neubau an der Ecke Römerstraße/Rathausstraße überarbeiten. Unter anderem bekommt das Gebäude ein Geschoss weniger.

Gilching – Eine einstimmige Ablehnung im Bauausschuss, eine Postwurfsendung an alle Haushalte, heftige Diskussionen – selten hat eine Bauplanung die Gemüter dermaßen erhitzt wie das Vorhaben der Raiffeisenbank Gilching an der Ecke Römerstraße/Rathausstraße. Am Dienstagabend war das Projekt auch das beherrschende Thema in der Generalversammlung der Bank, zu der knapp 200 Genossenschaftsmitglieder in den „Oberen Wirt“ gekommen waren.

Vorstand Reinhold Coulon erklärte, dass die Bank nach dem negativen Votum der Gemeinderäte das Gebäude bereits umplanen lasse. Außerdem äußerte er massive Kritik am Vorgehen des Gilchinger Gewerbereferenten Manfred Herz, der via Postwurfsendung vergangene Woche vor einer „Bausünde“ gewarnt hatte (wir berichteten). Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur ging Coulon am Mittwoch auf die einzelnen Kritikpunkte ein.

Tieferlegung des Eingangs von Supermarkt und Apotheke um 80 Zentimeter: „Das werden wir erheblich korrigieren“, versprach Coulon. Der Zugang zu den Geschäften solle nun doch ebenerdig erfolgen.

Gesamtgröße des Gebäudes: Durch die Anhebung des Erdgeschosses verzichtet die Bank in der neuen Planung auf ein Stockwerk. Das Gebäude würde damit über insgesamt vier Geschosse verfügen, das oberste davon soll ein zurückgesetztes Staffelgeschoss werden.

Verringerung der Verkaufsfläche des Vollsortimenters von 1200 auf 780 Quadratmeter: „Da gibt es sehr unterschiedliche Standpunkte“, gab Coulon zu, bestand gleichzeitig aber darauf, stets von 1200 Quadratmetern Nutzfläche gesprochen zu haben. „Wir brauchen auch Flächen für Anlieferung und Vorbereitung. Uns hat bislang kein Mietinteressent gesagt, dass er dadurch sein Sortiment einschränken müsste.“

Unattraktive Lager- und Kühlräume statt transparenter Gestaltung: „Da wird es im neuen Entwurf Verbesserungen geben“, versprach Coulon. „Auch wir können uns eine große Glasfassade vorstellen, es ist allerdings die Frage, ob das auch bei logistisch benötigten Räumen machbar ist.“ Die Fassade soll im Übrigen keine dunklen Farben erhalten, wie auf dem Flugblatt dargestellt. „Das war nie unser Plan.“

Verringerung der Tiefgarage von zwei auf eine Etage: Dabei wird es auch im neuen Plan bleiben. Zwischen 45 und 50 Stellplätzen werden unterirdisch entstehen, dazu kommen oberirdische Stellplätze. Coulon rechnet damit, dass die Gesamtzahl ausreichen wird, auch weil das Gebäude insgesamt kleiner wird.

Seine Kritik an Gewerbereferent Herz erneuerte Coulon auch gegenüber dem Merkur. Der CSU-Gemeinderat habe mit seinem Flugblatt die Situation eskalieren lassen. „Es wurde damit eine Stimmung erzeugt, wie es sie in der Gemeinde noch nie gegeben hat“, sagte Coulon. „Außerdem ist Herr Herz von unserem Aufsichtsratsvorsitzenden bereits am 4. Mai darüber informiert worden, dass wir neu planen.“ Also noch vor der Veröffentlichung des Flugblatts.

Ja, es habe dieses Gespräch gegeben, bestätigte Herz. Dabei seien aber keine Einzelheiten genannt worden. Er ist sich sicher: Ohne den von ihm erzeugten massiven öffentlichen Druck würde sich die Bank überhaupt nicht bewegen. „Wenn das Gebäude in wesentlichen Teilen schöner wird, hat sich die Aktion gelohnt“, sagte er dem Starnberger Merkur. Er habe damit „vielen Bürgern aus dem Herzen gesprochen“. Die Kritik des Gemeinderats an dem Ursprungsplan sei „mehr als berechtigt“ gewesen.

Nun warten alle gespannt auf die Wiedervorlage, darunter auch Vizebürgermeister Martin Fink (CSU), der am Dienstagabend ebenfalls dabei war und Herz zur Seite stand. „Wenn die Bank uns die Hände reicht, schauen wir uns das gerne an“, sagte er dem Starnberger Merkur. Die Interessen der Gemeinde an diesem sensiblen Standort mitten im Ort müssten aber gewährleistet sein. „Ich hoffe auf die nächste Planung.“

„Zwei bis drei Monate wird es dauern, bis wir einen neuen Antrag einreichen“, sagte Bank-Vorstand Coulon. Er erklärte sich zudem bereit, die Planung im Gestaltungsbeirat der Gemeinde zu diskutieren, dem mehrere Architekten angehören. „Wir wollen eine gute Basis finden, um das Miteinander mit der Gemeinde wieder herzustellen.“

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