Klein aber fein ist die hölzerne und handgemachte Tofupresse, die Daniel Poth (l.) und Patrick Prikril entwickelt haben.
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Klein aber fein ist die hölzerne und handgemachte Tofu-Presse, die Daniel Poth (l.) und Patrick Prikril entwickelt haben.

Gilchinger Gründer

Beste Freunde und die Tofu-Presse

Wenn wir ehrlich sind, essen die meisten von uns wahrscheinlich nicht besonders gerne Tofu. Zumindest nicht den aus dem Supermarkt, der entweder trocken und geschmacklos ist oder in zu viel Plastik eingepackt. Oder beides. Daniel Poth (31), einer der Gründer des Unternehmens „Tofun-Official“, ist ehrlich. Sein Partner Patrick Prikril (34) und er sind beide Vegetarier, aber „wir waren auch nie große Tofu-Esser“, gibt er zu.

Gilching - Ihr Unternehmen gründeten sie Anfang dieses Jahres. Die besten Freunde verkaufen handgemachte Tofu-Pressen, mit denen man das vegane Lebensmittel selbst herstellen kann.

Mithilfe der Presse aus Bambusholz und einem Passiertuch lässt sich aus Sojamilch und dem japanischen Gerinnungsmittel Nigari einfach hauseigener Tofu machen. Dazu wird das Soja-Eiweiß von der Molke getrennt und in der Presse zu einem Block geformt. Was einfach klingt, steht genau erklärt in der dem Produkt beigelegten Anleitung. Außerdem gibt es viele Rezepte zum Personalisieren und als Inspiration für Gerichte auf der Website des Unternehmens.

Wie Vielen war Poth der gekaufte Tofu nie lecker genug. Also recherchierte er im Internet. „Ich war auch überrascht, dass man Tofu selbst machen kann“, erzählt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Selbst die meisten Veganer wüssten das nicht. Natürlich hat Poth es ausprobiert, aber es haben einfach die richtigen Werkzeuge gefehlt. Also arbeitete er gemeinsam mit seinem Freund und Mitunternehmer Prikril monatelang am Konzept. „So haben wir selbst erst unsere Leidenschaft für Tofu entdeckt“, meint Poth. Und die wollen die beiden gerne weitergeben.

„Kritik am Tofu ist oft der einseitige Geschmack“, meint Poth. Wenn man das Lebensmittel allerdings selbst herstellt, ist eine kreative Gestaltung mit Kräutern der Wahl möglich. „Die Konsistenz ist auch viel saftiger und nicht so trocken und bröselig wie im Supermarkt“, fügt Poth hinzu. Es gibt einige ähnliche Konzepte aus Asien im Internet zu kaufen, ein anderer Anbieter verkauft aus Deutschland Pressen aus Metall. Aber ansonsten war die Idee der Freunde neu. Man kann die Tofu-Pressen online unter tofun-official.de und in ausgewählten Unverpackt-Läden kaufen, sie kostet zwischen 65 und 69 Euro. Einen Laden planen die Unternehmer nicht. Von Anfang an waren Poth drei Aspekte wichtig: „Dass man den Tofu selbst machen kann, die Inhaltsstoffe selbst auswählen kann, und dass es verpackungsfrei ist.“ Es zählen nicht nur der Geschmack, sondern auch das Umweltbewusstsein.

Poth und Prikril betreiben das Unternehmen zu zweit. Nur ihre Familien helfen ein wenig mit. Trotzdem wollen sie gerne in der Zukunft den Verkauf ausbauen und ihr Sortiment erweitern. Das könnte auch in eine ganz andere Richtung gehen als vegane Lebensmittelherstellung: Tofun verkauft beispielsweise bereits Sojawachs zur paraffinfreien, umweltschonenden Kerzenherstellung. Und an neuen Ideen fehlt es auch nicht. Momentan eher an Zeit und Budget. Obwohl beide berufstätig sind, machen die Freunde wirklich alles selbst: „Wir werden natürlich effizienter, aber unsere Produkte sind wirklich 100 Prozent handgemacht“, erzählt Poth. Die Bambusbretter werden geliefert. Sämtliche Schritte danach, vom Schneiden zum Polieren des endgültigen Produkts, erledigen die zwei Freunde selber. „Da gehen schon einige Nachmittage und Wochenenden rein“, meint Poth. Vor allem, weil den Unternehmern auch der Kundenkontakt vor allem über ihre Website extrem wichtig ist. Die Käufer sollen Rückfragen stellen können. „Unser Produkt ist ja nicht wirklich selbsterklärend.“ Poth und Prikril wollen die Welt eben ein bisschen besser machen, und das mit vollem Einsatz.

Ada Waßmann

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