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Computernerds können sich auch in Handycameras einloggen: Diese Gefahr sollten Handynutzer nicht unterschätzen. 

Polizeibericht

Erpresserische Emails und Schmuddelvideos

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Betrüger sind erfinderisch: Gleich drei Männer suchten am Montag die Polizei in Germering auf. Unbekannte drohten ihnen mit der Veröffentlichung von delikaten Videos.

Gilching/Germering – Betrüger lassen sich immer wieder Neues einfallen. Jetzt hatte es die Polizei in Germering mit Emails zu tun, in denen die Empfänger mit delikaten Videos erpresst wurden. Wie Germerings Polizeichef Andreas Ruch gestern mitteilte, drohten die skrupellosen Gangster damit, die Aufnahmen zu veröffentlichen, wenn ihr Opfer nicht sofort 500 Euro in Bitcoin bezahlt – dafür müsse der Betroffene bei den verschiedenen Anbietern der Krypto-Währung ein Konto eröffnen. Am Montag erschienen gleich drei Männer auf der Polizeidienststelle, die entsprechende E-Mails erhalten hatten.

Ein 73-jähriger Rentner aus Gilching beispielsweise erhielt eine Erpresser-Email, in der von einem Selbstbefriedigungsvideo die Rede war, das die Betrüger über die Handy-Kamera des Opfer aufgenommen haben wollten. Der Mann verweigerte die Zahlung und ging sofort zur Polizei.

In einem zweiten Fall hatten sich die Täter  tatsächlich in das Handy des Opfers gehackt und dessen Kamera genutzt. Der 31-jährige Germeringer hatte in dem betreffenden Zeitraum unseligerweise via Handy am 6. Mai Pornoseiten besucht. Am nächsten Tag erhielt seine Ehefrau die pikanten Aufnahmen ihres Mannes, und zwar via Facebook. Der Erpresser drohte, das Bildmaterial auf dem Videokanal „Youtube“ zu veröffentlichen. Der Germeringer ging ebenfalls zur Polizei. Details zur Höhe und zur Art der verlangten Geldzahlung war bei Anzeigenerstattung nicht bekannt, so Ruch. Die Kontaktdaten der Frau hatten sich die Erpresser über den Facebook-Account ihres Opfers besorgt – auf diesen hat der 31-Jährige seit der Angelegenheit keinen Zugriff mehr. „Er wird nach eigenem Bekunden jedoch auf keinen Fall eine Zahlung leisten“, sagte Ruch.

Auch im dritten Fall war ein Germeringer betroffen. Dem 59-jährigen sei ebenfalls per E-Mail mit einer Veröffentlichung delikaten Materials in den sozialen Medien gedroht und die Zahlung von 500 Euro gefordert worden, so Ruch. Der Mann bezahlte nicht – und wandte sich an die Polizei.

Ruch empfiehlt, beim Empfang entsprechender Emails auf gar keinen Fall Zahlungen zu leisten, „selbst wenn man sich auf irgendeine Weise ertappt fühlt“. Immer mehr Menschen würden die Handykameras auch abkleben, weiß Ruch. Grundsätzlich sei ein überlegter Umgang mit dem Gerät und der Kamera ratsam.


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