So viele bunte Stühle zum Sitzen (v.l.): Patricia Lawrence, Petra Brüderl und Naomi Lawrence bei der Eröffnung der Ausstellung „Glücksmomente nehmen Platz“ am Samstagvormittag auf dem Kirchplatz. Wie lange die Stühle stehen bleiben, steht noch nicht fest.
+
So viele bunte Stühle zum Sitzen (v.l.): Patricia Lawrence, Petra Brüderl und Naomi Lawrence bei der Eröffnung der Ausstellung „Glücksmomente nehmen Platz“ am Samstagvormittag auf dem Kirchplatz. Wie lange die Stühle stehen bleiben, steht noch nicht fest.

Kunstaktion in Starnberg

Bitte Platz nehmen

36 neue Sitzgelegenheiten stehen seit Samstag auf dem Kirchplatz. Die bunt bemalten und gestalteten Stühle der Aktion „Glücksmomente nehmen Platz“ sind von Starnbergern gestaltet.

Starnberg – „Extrem aufheiternd und total gemütlich.“ So beschreibt die Starnbergerin Monika Müller die 36 neuen und bunten Sitzgelegenheiten auf dem Kirchplatz. Seit Samstag laden dort im Rahmen der Ausstellung „Glücksmomente nehmen Platz“ von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Institutionen bemalte Stühle zum Verweilen ein. Die Ausstellung bildete den Auftakt des Starnberger Kultursommers.

„Das wertet den Kirchplatz auf“, sagt Müller, die gerade vor einem Stuhl der Musikschule steht. Dieser ist schwarz bemalt und mit einem echten alten Horn verziert. Direkt daneben steht ein etwa 40 Zentimeter hoher mit Goldfarben bemalter und Federn geschmückter Miniaturthron. Dessen Schöpfer sind Schüler eines Projekt-Seminars des Gymnasiums Starnberg. „Es sind einfach alle Stühle sehr schön geworden“, sagt Müller. Ihr Lieblingsexemplar: der Frühlingsstuhl, den die Kinder des Maria-Kempter-Kindergartens mit Filzblumen beklebt haben. Neben vielen anderen beteiligen sich auch der TSV Starnberg, die Kolpingbühne, der Kneippverein und Privatpersonen an der Aktion.

Den Anstoß hatte das Ehepaar Patricia und Naomi Lawrence gegeben. Die beiden nahmen im März dieses Jahres am Online-Workshop „re-STA-rt“ teil, in dem die Gewerbereferenten des Stadtrats, Innenstadtakteure und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Projekte zur Stadtverschönerung entwickelten. Für Patricia und Naomi Lawrence war klar, dass es etwas mit Kunst zu tun haben sollte. „Am Kirchplatz hätten wir gerne mehr Sitzgelegenheiten“, erklärt Patricia Lawrence. „Und Stühle sind meine Leidenschaft.“

Gemeinsam mit Petra Brüderl, der Leiterin des Starnberger Kulturbüros, riefen die beiden dazu auf, alte Stühle künstlerisch zu gestalten und eigene Glücksmomente mit den anderen zu teilen. Deshalb hängt nun neben jedem Stuhl ein kleiner Text des jeweiligen Künstlers. Inspiratorin sei die Künstlerin Renate Hofer gewesen, deren Ausstellung derzeit im Schlossgarten zu sehen ist. „Wir wollen durch solche Aktionen auch das Wir-Gefühl in Starnberg wieder stärken“, sagt Lawrence. „Alle Leute, die hier mitgemacht haben, können sehr stolz sein.“

Zum Beispiel Renate Heid, die Leiterin der Laterna Obscura, einer Gruppe der Starnberger Heimatbühne. Zusätzlich leitet sie den Workshop „Werkstatt der Fantasie“ an den Starnberger Grundschulen. Gemeinsam mit 25 Kindern bemalte Heid einen alten Stuhl, der nun stolz und bunt gemustert zwischen all den anderen Exemplaren steht. Sie freue sich vor allem über die Freude der Kinder am Malen, sagt sie. Petra Brüderl geht es außerdem darum, nach der langen Corona-Pause die Kultur zurück in die Stadt zu holen und den Vereinen die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen. „Jeder Stuhl ist eine Einladung, Platz zu nehmen“, sagt sie.

Dieser Einladung kamen am Wochenende schon zahlreiche Menschen jeden Alters nach. Für jede Körpergröße, jeden Farbgeschmack und alle Vorlieben gibt es einen passenden Stuhl. Wie lange die Ausstellung bleibt, wissen die Organisatorinnen noch nicht. Auch was mit den Stühlen danach passiert, ist noch unklar.

Vanessa Lange

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare