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Die neue Kindertanzgruppe des Guichinger Brauchtum mit ihren Betreuerinnen Sonja Skokanitsch, Laura Skokanitsch und Andrea Nierychlo (hinten v.l.) gestern vor der Kirche St. Vitus.

Brauchtumsverein Gilching

Hüter der Tradition

Der Gilchinger Brauchtumsverein hat eine neue Kindertanzgruppe. Zum Erntedank am Sonntag hatten die Vier- bis Neunjährigen ihren ersten Auftritt vor der katholischen Kirche St. Vitus im Gilchinger Altdorf.

Gilching – „Tradition neu aufleben lassen“ – unter diesem Motto steht die neu gegründete Kindertanzgruppe des Guichinger Brauchtum. Knapp 20 Mädchen und Buben in Dirndl und Lederhosen sind dabei. Und sie drehten sich gestern im Kreis, klatschten einander ab und führten eine Sternpolka vor. Der Beifall beim Erntedankfest vor der Kirche St. Vitus war den Kindern zwischen vier und neun Jahren gewiss.

Zumal eine Kindertanzgruppe nicht selbstverständlich ist. Von den 250 Mitgliedern des Brauchtumsvereins sind nur etwa 25 Kinder. „Wir haben, ganz ehrlich, Probleme mit dem Nachwuchs“, sagt Schriftführerin Sandra Lallinger. Deshalb musste die Kindertanzgruppe in den beiden vergangenen Jahren auch aussetzen. „Die Kinder sind älter geworden, haben aufgehört, und Jüngere sind nicht nachgekommen“, erklärt Andrea Nierychlo. Die 43-Jährige ist eine der Leiterinnen der neu gegründeten Kindergruppe.

„Wir sind immer mal wieder angesprochen worden, was denn mit der Kindertanzgruppe ist, und auch meine beiden Kinder wollten gerne tanzen“, erzählt Nierychlo. „Da dachte ich, man kann es ja mal probieren.“ Sie sprach das Projekt auf der Maifeier des Brauchtums an und erstellte in der Folge gemeinsam mit dem Vorstand Plakate und Flyer.

„Wir haben in den Kindergärten und Schulen Werbung gemacht, überall Plakate aufgehängt und persönlich die Leute angesprochen“, berichtet sie. Der Einsatz hat sich gelohnt: 24 Kinder zwischen vier und neun Jahren erschienen Anfang September zur ersten Schnuppertanzprobe. Etwa 18 davon sind geblieben und mittlerweile auch schon Mitglied im Verein, 15 traten gestern auf.

„Die Mitgliedschaft ist keine Voraussetzung, aber natürlich erwünscht, wenn die Kinder bleiben wollen“, erklärt Sandra Lallinger. Zwischen dem Tanzen spielt der Nachwuchs Spiele, isst oder trinkt etwas. Und was sehr erstaunlich ist: „Die Kinder lernen so schnell. Wir hatten zwei Proben, und jetzt wollten sie schon auftreten“, schwärmt Nierychlo, „Es ist zwar nicht perfekt, aber ihnen geht es um den Spaß.“

Nach dem Gottesdienst in der St.-Vitus-Kirche im Gilchinger Altdorf traten die Kleinen gestern auf, bevor es ein paar Meter rüber zum „Oberen Wirt“ ging, wo etwa 200 Weißwürste auf die Gäste warteten. „Die Sternpolka ist ein Partnertanz, der in Sternform getanzt wird“, erklärt Andrea Nierychlo, „Wir haben zwar nur vier Buben, aber da haben sich die Kinder schnell geeinigt.“ An der Quetschn begleitete Rene Weber die Kinder.

„Ich wünsche mir, dass die Gruppe bestehen bleibt und dass noch mehr Kinder dazu kommen“, sagt Nierychlo. Denn bei diesem einen Auftritt soll es nicht bleiben. Geplant sind weitere, zum Beispiel auf dem Gilchinger Christkindlmarkt oder der Maifeier.

Von Vanessa Lange

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