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Gruppenbild mit Fahrzeug: (v.l.) Dirk Gransow (KIT), Bernhard Schmölz (3M), Wernher Weigert (Kreissparkasse), Beatrix Pade (KIT), Marc Jenke (KIT), Jan Lang (BRK) und Bernhard Eder (BRK). 

BRK-Kriseninterventionsteam

Geschützter Raum auf vier Rädern

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Das Kriseninterventionsteam (KIT) des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Starnberg, hat am Freitag in Gilching ein neues Auto in Empfang genommen. Dieses ist längst nicht nur Transportmittel – es dient den Opfern auch als Rückzugsort.

Gilching – Ein schwerer Unfall hat sich ereignet. Die Verletzten sind abtransportiert, Polizei und Rettungsdienst haben die Unfallstelle verlassen. Zurück bleiben Opfer, Zeugen, Angehörige, oft traumatisiert und auf sich gestellt. Spätestens dann kommt das Kriseninterventionsteam des BRK ins Spiel und kümmert sich. Bisher stand den Helfern der Bereitschaft, die ihren Sitz in Gilching hat, dafür ein alter Audi zur Verfügung. Für Anfahrt und Krisenintervention war der Pkw seit jeher mehr schlecht als recht geeignet. Mit rund 270 000 Kilometern auf dem Tacho hat das Fahrzeug zum Jahreswechsel schließlich seinen Geist aufgegeben. Seither waren die Helfer mit ihren Privatfahrzeugen unterwegs.

Umso größer waren am Freitag Freude und Erleichterung, als BRK-Geschäftsführer Jan Lang dem Fachdienstleiter des KIT, Marc Jenke, die Schlüssel für einen neuen Ford Transit Custom überreichte. Die Kosten für den Wagen, knapp 40 000 Euro, konnten über Spenden ge-stemmt werden – neben zahlreichen Privatleuten waren das vor allem die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg und die Firma 3M aus Seefeld. „Nun haben wir endlich einen Rückzugsraum für unsere Gespräche mit den Opfern. Das ist uns bisher abgegangen“, sagte Bernhard Eder, Kreisbereitschaftsleiter des BRK Starnberg.

In dem neuen Fahrzeug befinden sich Bänke und ein Tisch, die Scheiben sind zum Schutz vor Schaulustigen abgedunkelt. Im Kofferraum gibt es ein Regal, in dem die Helfer Modultaschen für die unterschiedlichen Einsatzszenarien unterbringen können. Darunter Spielsachen, falls Kinder beteiligt sind, Decken und Kleidung.

Die Erleichterung ist groß bei den ehrenamtlichen Helfern des KIT. „Wenn jemand bei einem Unfall stirbt oder ein Opfer von Gewalttaten wird, bei Bränden, bei denen die eigene Existenz verloren geht, oder auch bei Großschadenslagen wie ein Amoklauf – die Helfer treffen auf völlig verzweifelte Menschen, die die meist nicht wissen, wie es weitergehen soll“, erklärt Jenke, der auch stellvertretender Bezirksfachdienstleiter Psychosoziale Notfallversorgung in Oberbayern ist. Oft dauere es, bis die Geschädigten nach einem Schock überhaupt wieder sprechen könnten. Diese Zeit nehmen sich die zwölf Helfer, und daher dauern die Einsätze im Durchschnitt vier Stunden. „Wir erklären, was nun getan werden muss, was für Spätfolgen auftreten können, was es für Ansprechpartner gibt, und an wen man sich wenden kann, wenn man mit den Folgen alleine nicht klarkommt“, sagt Jenke. Für diese Gespräche gibt es in Zukunft nicht nur mehr die Zeit. Sondern auch – im neuen Fahrzeug – einen Raum.

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