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Weßling Hochstadt Gilching

Nach Wiesn-Besuch: Brutale Prügel-Attacke aus dem Nichts

Wieder ist es zu einem hässlichen Übergriff an einem S-Bahnhof im westlichen Landkreis gekommen: In Weßling ist ein 25-Jähriger brutal k.o. geschlagen worden. Im Fall des sexuell motivierten Übergriffs auf eine 18-Jährige in Neugilching hat die Polizei derweil Neuigkeiten.

Weßling – Die Faust kam aus dem Nichts: Was Markus J. in der Nacht auf Samstag am Weßlinger Bahnhof widerfahren ist, macht sprachlos. Zurück von einem feucht-fröhlichen Wiesn-Besuch war der 25-Jährige gegen 0.30 Uhr aus der S-Bahn gestiegen. Von dort wollte er mit seinem Fahrrad nach Hause ins nahe Hochstadt. Bei den etwas abseits gelegenen Radlständern passierte es: Ein Unbekannter packte J. am Hals. Als der 25-Jährige sich umdrehte, hatte er die Faust schon im Gesicht. Der Schlag war so heftig, dass der junge Mann einen Trümmerbruch der Gesichtsknochen erlitt.

J.s Erinnerungen an die Tat sind vage: „Ich weiß nur noch, dass ich den Schlag ins Gesicht bekommen habe“, sagt der 25-Jährige, der am Mittwoch operiert werden soll. Nach der brutalen Tat lag der Hochstadter zunächst benommen am Boden. Sein Handy, der Geldbeutel, alles war noch da. Der Täter wollte offenbar einzig seine Gewaltgelüste stillen, J. war sein Zufallsopfer. Feinde, die ihm so etwas antun, hat der 25-Jährige bestimmt nicht, ist er sich sicher: „Ich kann es mir nicht erklären, ich bin der friedlichste Mensch“, sagt der junge Mann, der in seiner Freizeit für die Sportfreunde Breitbrunn kickt.

J.s Gesicht fühlte sich taub an, vor seinen Augen funkelten die Sterne. „Und ich habe überall geblutet“, erinnert er sich an die schlimmen Minuten. Trotzdem rappelte sich der 25-Jährige hoch und stieg aufs Fahrrad. „Ich habe nicht realisiert, was passiert ist und wollte auf schnellstem Weg nach Hause“, erklärt J., warum er weder Polizei noch Notarzt verständigte. Zuhause tupfte er die Wunden im Gesicht ab, nahm eine Schmerztablette und legte sich hin. Erst am Morgen ließ sich der 25-Jährige in der Seefelder Klinik untersuchen, die ihn am Sonntag nach Murnau überwies.

Zwischendurch ging der junge Mann noch zur Polizei nach Herrsching und wollte Anzeige erstatten. Dort wurde er aber zunächst vertröstet: „Der Kommissar war allein im Präsidium und hat mich gebeten, am Sonntag noch mal zu kommen“, erzählt J. „Meine Gesundheit stand für mich aber im Vordergrund“, sagt der Hochstadter dazu, dass er sich lieber ins Krankenhaus legte statt ein zweites Mal zur Polizei zu gehen. Die Anzeige erstattete für ihn am Dienstag sein Vater Norbert J.

Herrschings stellvertretender Dienstellenleiter Albert Huber bedauerte gestern auf Anfrage, dass der 25-Jährige nicht sofort die Polizei verständigt hatte. Dann hätten die Beamten gleich zum Tatort fahren und vor Ort ermitteln können, sagt er. Wie in dem Fall der 18-Jährigen aus Andechs, die vor knapp zwei Wochen am S-Bahnhof Neugilching von drei Unbekannten überfallen worden war, setzen die Beamten auch jetzt ihre Hoffnungen in mögliches Videomaterial aus der S-Bahn. Wie berichtet, war dieser Überfall laut Polizei „sexuell motiviert“. Ein couragierter 15-Jähriger war die Täter angegangen, die daraufhin von ihrem Opfer abließen.

Nach einer Plakataktion der Polizei meldete sich am Dienstag endlich eine Zeugin bei den zuständigen Beamten in Germering: Die 19-jährige Studentin gab eine detailliertere Täterbeschreibung ab. Nähere Informationen nannte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, Dienststellenleiter Andreas Ruch sagte aber: „Wir sind wesentlich weiter, als wir vor einer Woche waren.“   jvr

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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