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Attraktion: ein gelber Bus beim Marktsonntag.

Frühlingstreiben

Busse begeistern die Besucher des Gilchinger Marktsonntags

Selten erlebt man die Straßen in Gilching so verkehrsarm wie gestern. Hochsommerliche Temperaturen lockten zu einem Ausflug ins Freie. Aber auch das Markttreiben im Zentrum zog Tausende von Menschen an. Attraktion waren Rundfahrten mit Shuttlebussen.

Gilching – Auf dem Marktplatz waren die Autofans unterwegs, die über den Kauf eines neuen Gefährts nachdachten, sich aber auch am Stand von Audi über den Diesel-Skandal unterhalten wollten. Doch dazu gab es keine Antwort. Vielmehr räumten die Händler ein, nichts Näheres zu wissen. Auskunftsfreudiger waren da die vielen Standlbetreiber und Ladeninhaber, die ihre Waren anboten. Das große Los aber zogen die Eisdielen, vor dessen Eingängen sich lange Schlangen bildeten.

Zwischen Fußgängerzone, Pollinger Straße, Bahnhof und Hochstift-Freising-Platz war zudem viel Unterhaltung geboten. Es gab Karate-Vorführungen, Hans Lang zeigte Interessenten, wie es sich mit drei Bällen jonglieren lässt, Kinder tanzten Hip-Hop unter dem Beifall von Eltern, Omas und Opas, und in der Buchhandlung „LeseLust“ lauschten die Jüngsten spannenden Geschichten. Ganz privat war Robert Springer per Rad und mit einem dreiteiligen „Flower-Stick“ im Gepäck aus Germering gekommen. „Ich bin gerne in Gilching, wenn etwas los ist“, verriet er und ließ die drei Sticks durch die Lüfte tanzen.

Der Renner unter den Besuchern war aber eine Fahrt mit den Shuttlebussen. Während der rote Doppeldecker mehr Richtung altes Gewerbegebiet und Brucker Straße unterwegs war, fuhr der stets voll besetzte gelbe US-Schulbus vom Rathaus über Bahnhof und Landsberger Straße bis zur alten Brauerei in Argelsried. Die Fahrt war ein gesellschaftliches Ereignis. Die Federung der Stoßdämpfer gab jede noch so kleine Unebenheit des Straßenbelags durch Schütteln und Rütteln an die rund 25 Passagiere weiter. Bei jeder geschafften Kurve wurde Beifall geklatscht und ein Loblied auf den Fahrer, der sich Manfred nannte, angestimmt. „Aufgepasst, jetzt kommt der Kreisverkehr. Wenn ihr gleichzeitig klatscht und mitsingt, dann fahre ich ihn zweimal durch“, rief er. Die Begeisterung kannte keine Grenzen. „Ich bin jetzt schon zum zweiten Mal unterwegs und steige gleich in den Doppeldecker um“, schwärmte ein Fahrgast.

Harald Schwab, dessen Ziel das Tanzzentrum an der Landsberger Straße war, hatte dann auch gleich einen Vorschlag parat: „Setzen wir diese zwei Fahrzeuge als Ortsbusse ein, werden viele Menschen, die zum Einkaufen unterwegs sind, künftig ihre Autos zu Hause stehen lassen.“

Von Uli Singer

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