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Drei der fünf Gilchinger, die die Online-Petition gestartet haben: SPD-Ortschef Christian Winklmeier (l.), sein Stellvertreter Nico Kraft und die Schülerin Selina Rieger. 

Herrschinger Zweigstelle gefordert

Damit 300 Schüler täglich nicht mehr pendeln müssen: Petition für Realschule in Gilching

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Eine Zweigstelle der Realschule Herrsching im Gebäudekomplex des Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums (CPG): Dafür plädiert eine fünfköpfige Gruppe seit vergangenem Donnerstag mit einer Online-Petition.

Landkreis – Bis Dienstagabend fand sie rund 180 Unterstützer. Hinter der Forderung stehen der Gilchinger SPD-Ortsvorsitzende Christian Winklmeier, seine Stellvertreter Nico Koch und Kerstin Königbauer, die wie Selina Rieger und Sophie Hüttemann auch im Jugendbeirat der Gemeinde engagiert ist.

Ihre Argumente für eine Realschule in Gilching im Schnelldurchlauf: Weniger Schüler müssten pendeln, der öffentliche Nahverkehr würde entlastet, leer stehende Räume sinnvoll genutzt und das soziale Gefüge unter Kindern und Jugendlichen aufgeweicht. Grundlage der Argumentationskette sind aktuelle Schülerzahlen des Schulzweckverbands – und vor allem der Neubau eines Gymnasiums in Herrsching, den der Kreistag in seiner jüngsten Haushaltssitzung absegnete. Ab Herbst 2023 sollen dort etwa 800 Schüler unterrichtet werden.

Die Rechnung der Petenten: Die neue Einrichtung in Herrsching würde das Gilchinger Gymnasium entlasten. Derzeit besuchen 228 Herrschinger das CPG. Für ihr gewichtigstes Argument bemühen Winklmeier und Co. aber eine andere Zahl: „300 Realschüler pendeln jeden Tag von Gilching nach Herrsching“, sagt der SPD-Ortschef. Er und seine Mitstreiter plädieren ausdrücklich dafür, die Flächen im wachsenden Gilching optimal zu nutzen. Die Räumlichkeiten des CPG seien schon jetzt nicht ausgelastet. Auf maximal 1600 Schüler ausgelegt, liegt die derzeitige Schülerzahl bei rund 1300. Und wenn es durch den Herrschinger Neubau noch weniger werden, sei genug Platz für eine Realschul-Zweigstelle für zunächst 300 bis 400 Schüler.

Realschulen liegen im Trend, Eltern denken um

Dazu kommt: Realschulen liegen im Trend. Während das CPG seit 2010 knapp 200 Schüler verlor, kletterte die Zahl in der Herrschinger Realschule von etwa 800 auf 1000. Winklmeier verweist auf den Fachkräftemangel: „Firmen suchen Azubis ohne Ende.“ Nico Koch sagt: „Es gibt einen Wandel bei den Eltern. In Realschulen ist der Leistungsdruck nicht so hoch.“ Außerdem blieben weitere Bildungswege wie das Fachabitur Realschülern nicht verwehrt. Die 17-jährige Gymnasiastin Selina Rieger argumentiert: „Es wäre auch für Grundschulfreundschaften gut, wenn die weiterführenden Schulen an einem Standort wären.“ Darüber hinaus könne es für eine Gesellschaft nur gut sein, wenn sich Realschüler und Gymnasiasten auf dem Gang begegnen, wie Winklmeier anmerkt.

Es gelte das Herrschinger Gymnasium und die Ansiedlung der Realschule in Gilching parallel zu planen. Das nächste Ziel der Initiatoren: Bis Sommer 500 Unterstützer gewinnen, um die Petition nicht nur dem Petitionsausschuss im Landtag, sondern auch den dann neu gewählten Entscheidern zu übergeben: dem Landrat, den Kreisräten, den Gilchinger Gemeinderäten und dem Schulzweckverband.

Neu ist das Thema nicht. Winklmeier erinnert daran, dass Gilchinger CSU und Freie Wähler den Bau einer Realschule im Wahlkampf 2014 als Ziel ausgerufen hatten. In der Kreistagssitzung am Montag hatte CSU-Bürgermeisterkandidat Harald Schwab angemerkt, dass eine Realschule aus finanzieller Sicht nicht mehr darstellbar sei. 

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