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„Es wird viel weniger gemeckert“: Maximilian Stöckl vom TSV Gilching-Argelsried freut sich, dass durch die Handball-WM sein Sport in den Fokus rückt – sowieso das bessere Spiel als Fußball. 

WM-Fieber

Deshalb ist Handball so attraktiv

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Ganz Deutschland ist wegen der Heim-WM im Handball-Fieber. Maximilian Stöckl vom TSV Gilching erklärt den Reiz dieses Sports.

Gilching– Ganz Deutschland ist im Handballfieber. Die Fernseh-Einschaltquoten bei der momentan laufenden Weltmeisterschaft brechen Rekorde. Den Krimi der deutschen Nationalmannschaft gegen Kroatien verfolgten 10,02 Millionen Zuschauer am TV, beim mehr oder weniger bedeutungslosen letzten Hauptrundenspiel am Mittwoch gegen Spanien schalteten 9,09 Millionen ein. Für das heutige Halbfinale gegen Norwegen (20.30 Uhr/ARD) wird ein neuer Höchstwert erwartet. Was macht die Faszination Handball aus, warum ist dieser Sport so attraktiv? Diese Frage stellten wir Maximilian Stöckl, der für den TSV Gilching-Argelsried in der Bezirksoberliga spielt.

„Der Sport ist unglaublich schnell“, sagt der 22-Jährige, der seit seinem siebten Lebensjahr beim TSV Gilching aktiv und glücklich darüber ist, dass „auch einmal ein anderer Sport als Fußball ins Scheinwerferlicht tritt“. Im Vergleich zum alles überlagernden Fußball biete Handball viel mehr Abwechslung. „Es fallen mehr Tore, insgesamt passiert viel mehr auf dem Feld, dadurch ist unser Sport, der auch viel körperlicher ist, sehr unterhaltsam.“ Was Maximilian Stöckl am Handball auch gefällt: „Das Ergebnis ist meistens fairer, im Normalfall gewinnt die bessere Mannschaft. Nicht wie beim Fußball, wo öfters die klar überlegene Mannschaft mit einem Tor das Spiel verliert.“

Auch das Verhalten der Protagonisten mache den Handball so sympathisch. „Es ist einfach erfrischend, wie die Spieler auftreten. Die haben nicht so ein Gehabe wie die Fußballer“, meint Stöckl. Und Fairness werde beim Handball ebenfalls sehr groß geschrieben: „Es wird viel weniger gemeckert und moniert. Wenn ein Spieler mal gefoult wird, steht er sofort wieder auf, und weiter geht’s.“ Auch außerhalb des Spielfeldes sammeln seiner Meinung nach Akteure wie Linksaußen Uwe Gensheimer, Kreisläufer Patrick Wienceck oder Torhüter Andreas Wolff Pluspunkte. Die Spieler wirkten viel bodenständiger, seien nicht so abgehoben und hätten keine Starallüren, so Stöckl, der beim TSV Gilching als ausgesprochener Abwehrstratege gilt. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass sein persönlicher Favorit in der deutschen Mannschaft Finn Lemke vom Bundesligisten MT Melsungen ist. „Ich mag seine Art zu verteidigen sehr.“ Trotz seiner 2,10 Meter Körpergröße sei er „sehr agil und beweglich“.

Stöckl ist nicht nur Spieler beim TSV Gilching, sondern auch Trainer der männlichen D-Jugend. Seine Buben sind vom WM-Virus natürlich auch angesteckt. „Die sind voll entflammt, die schauen jedes Spiel“, sagt der 22-Jährige, der gerade wegen eines Kreuzbandrisses ein Jahr pausieren musste. Insgesamt 25 Kinder betreut Stöckl in den zwei D-Jugendmannschaften, während der WM sind sogar noch zwei Neue hinzugekommen. Und vermutlich werden es noch mehr werden, auch wenn Deutschland nicht Weltmeister werden sollte.

Die Chancen dafür sieht Stöckl allerdings gar nicht so schlecht. Zumindest für das Halbfinale ist der Rückraum-Mitte-Spieler zuversichtlich: „Gegen Norwegen haben wir gute Chancen.“ Sein Topfavorit ist aber Olympiasieger Dänemark. „Das ist die stärkste Mannschaft“, behauptet Stöckl.

Zumindest werden am Sonntagabend, sollte die DHB-Auswahl ins Endspiel einziehen, wieder weit über zehn Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen sitzen und mitfiebern.

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