Schock-Meldung aus USA: Basketball-Legende Kobe Bryant bei Hubschrauber-Absturz gestorben

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„Wenn so ein System in einer Dampflok funktioniert, dann funktioniert es überall“: Thomas Strang (l.) und Andreas Lehner mit einer Einheit des Kollisionswarnsystems vor einer umgerüsteten Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen. FOto: fkn

Intelligenz auf Rädern macht Schiene sicherer

Gilching - Thomas Strang ist überzeugt: Hätte es vor vier Jahren bei der Eisenbahn schon ein Kollisionswarnsystem gegeben, wie es im Luftverkehr seit vielen Jahren Standard ist - das Zugunglück von Hordorf hätte verhindert werden können.

Im Januar 2011 war bei Hordorf in Sachsen-Anhalt auf eingleisiger Strecke ein Güterzug mit einem Regionalzug frontal zusammengestoßen. Zehn Menschen starben, 23 weitere wurden verletzt.

Was aber wäre gewesen, wenn die beiden Züge automatisch per Funk ihre Positionsdaten ausgetauscht hätten? Dann hätte ein entsprechendes System die Lokführer vor einem Crash warnen können.

Von seiner Arbeit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen kannte Thomas Strang das Kollisionswarnsystem TCAS, das in der Luftfahrt längst etabliert ist und den Piloten automatisch Anweisungen zum Ausweichen gibt, falls sich zwei Flugzeuge gefährlich annähern. In der Schifffahrt gibt es ähnliche Systeme. „Gibt es so etwas auch für Züge?“, fragte sich Thomas Strang. Die Antwort überraschte ihn: Bei Eisenbahnen wird diese Technik nicht angewendet - nirgendwo. „Für mich war das so naheliegend, aber alle Gesprächspartner haben mir bestätigt, dass es so etwas bei der Bahn nicht gibt“, erzählt er noch immer ungläubig.

Also machten sich er und seine Kollegen am DLR an die Arbeit. Ihr System zur Kollisionsvermeidung erfasst alle relevanten Parameter eines Zuges wie dessen Position, dessen Geschwindigkeit oder die geplante Route. Diese Daten werden per Funk an alle Züge in der Umgebung gesendet. In jedem Zug vergleicht ein spezieller Rechner die empfangenen Daten mit den eigenen Parametern und warnt den Lokführer, falls eine Kollision droht.

Das DLR widmet sich seit der Jahrtausendwende nicht mehr nur seinen Kernthemen Luft und Raumfahrt, sondern auch den Bereichen Energie und Verkehr. Um ihr System kommerziell zu vermarkten, gründeten Thomas Strang und Andreas Lehner aus dem DLR heraus die Firma „Intelligence on Wheels“ mit Sitz in Gilching. Solche Ausgründungen sind ein Erfolgsmodell des DLR, das so schon vielen Erfindungen den Sprung auf den freien Markt ermöglicht hat.

Zwar gibt es längst Systeme, die das Fortkommen auf der Schiene sehr sicher machen, allerdings sind noch nicht alle Strecken damit ausgerüstet. Bei kleinen Bahnen entscheidet oft noch der gute alte Fahrdienstleiter, welcher Zug auf die Strecke darf - mit entsprechenden Folgen, wenn er einen Fehler macht. An diesem Punkt wollen Thomas Strang und Andreas Lehner ansetzen. „Oft heißt der Unsicherheitsfaktor Mensch. Unsere Technik kann ihn auf Fehler aufmerksam machen.“ Außerdem sei ihr System deutlich billiger als die Ausrüstung mit herkömmlicher Technik, betont Strang. „Wir bauen lediglich eine Funkeinheit in jede Lokomotive ein. Auf stationäre Anlagen oder Kabel entlang der Trasse, die jedes andere System teuer machen, können wir verzichten.“

In den Harzer Schmalspurbahnen (HSB) fanden die beiden Entwickler ihren idealen Partner. Der Probebetrieb mit dem Kollisionswarnsystem verlief so erfolgreich, dass die HSB nun alle ihre Fahrzeuge damit ausrüsten wollen. „Intelligence on Wheels“ hat für diesen Auftrag sechs Stellen ausgeschrieben. „Auf einer Dampflok ist es heiß und rußig, und es gibt keinen Strom. Wenn unser System auf so einer Lok funktioniert, dann funktioniert es überall“, sagt Strang stolz.

Einsatzgebiete für ihr System sehen die Wissenschaftler auf vielen Strecken. Sie verfolgen dabei nicht nur einen kommerziellen, sondern auch einen idealistischen Ansatz. Jedes Jahr gebe es zwischen 300 und 600 Zugkollisionen in Europa, sagt Thomas Strang. „Mit unserer Technik ließen sich viele davon vermeiden. Ich bin mir sicher, dass unser System Leben retten wird.“

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