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Am Starnberger See groß geworden: Die Gilchinger Firma Torqeedo hat in ihren Anfängen elektrische Antriebe für Boote lokal vertrieben, ist mittlerweile aber weltweit aktiv. Auf dem Foto ist hinten Hotel Schloss Berg zu sehen. 

Elektromobilität

Deutz übernimmt Gilchinger Hightech-Firma Torqeedo

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Die in Köln ansässige Firma Deutz übernimmt zum 1. Oktober das einst in Starnberg gegründete Unternehmen.

Gilching – „Die Zukunft entwickelt sich schnell“, sagte Dr. Christoph Ballin dem Starnberger Merkur Mitte September. Doch nun dürfte es selbst für den Mitgründer von Torqeedo äußerst rapide gehen. Am Dienstag haben die Verantwortlichen die Verträge unterzeichnet: Der Kölner Motorenhersteller Deutz kauft das Gilchinger Start-Up auf. Die Übernahme wird schon am Sonntag vollzogen.

Was sich zum 1. Oktober für die Gilchinger ändern wird? „Ich sehe nicht, dass sie hier dann eine neue Fahne aufziehen“, scherzt ein Torqeedo-Sprecher. Mit seinen elektrischen Bootsantrieben soll Torqeedo Deutz als Tochterunternehmen ergänzen. „Als großer Anbieter sind sie mit elektrischen Antrieben spät dran.“ Deutz ist im Bereich Verbrennungsmotoren aktiv. „Da passen wir hervorragend.“ Die Gilchinger haben sich in bestimmten Segmenten innerhalb von zwölf Jahren an die Weltspitze hochgearbeitet. „So groß sind wir aber nicht gewesen“, schränkt der Sprecher ein. „Nun bekommen wir eine größere Sicherheit.“ Torqeedo soll mit seinen 130 Mitarbeitern vom weltweiten Netzwerk von Deutz profitieren.

Die börsennotierten Kölner investieren laut einer Mitteilung etwa 100 Millionen Euro – der größte Teil soll für die Übernahme anfallen.

Demnächst werden sich Ingenieure beider Unternehmen treffen und mögliche Projekte besprechen, kündigt der Torqeedo-Sprecher an. Vor allem im ÖPNV auf dem Wasser in großen Städten zielen die Gilchinger ab. Wassertaxis mit E-Antrieben lautet die Lösung. „Da sehen wir wahnsinnig Potenzial.“

Auch wenn Torqeedo eigenständig bleiben soll – nun hat Deutz das Sagen. Doch was planen die Kölner? „Es wurde klar gesagt: Torqeedo bleibt eigenständig. Es sind keine Änderungen angekündigt.“ Kündigungen erwartet der Sprecher nicht, im Gegenteil. Viel mehr seien deutliche Erweiterungen denkbar. Im vergangenen Jahr hat Torqeedo nach Unternehmensangaben 25 Millionen Euro Umsatz verzeichnet. „Als Teil der Deutz-Gruppe wollen wir unser Wachstum nochmals beschleunigen“, sagt Ballin. Der Torqeedo-Gründer rückt laut Mitteilung durch die Übernahme zusätzlich in die Führungsetage von Deutz und übernimmt die Strategieplanung. „Das sind nicht die schlechtesten Rollen“, sagt der Sprecher. Die Gilchinger sehen die Übernahme als Chance, nicht als Risiko.

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