Enthüllung am römischen Meilenstein: Dort weist der Verein Zeitreise jetzt mit einer Infotafel auf die historischen Hintergründe hin. Enthüllt wurde die Tafel gestern im Rahmen des Festumzugs zur Kulturwoche. Dafür hatten sich die Mitglieder Luise Matza, Gely Proch, Manfred Gehrke, Annette und Siegfried Reindel kostümiert.  Foto: Andrea Jaksch
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Enthüllung am römischen Meilenstein: Dort weist der Verein Zeitreise jetzt mit einer Infotafel auf die historischen Hintergründe hin. Enthüllt wurde die Tafel gestern im Rahmen des Festumzugs zur Kulturwoche. Dafür hatten sich die Mitglieder Luise Matza, Gely Proch, Manfred Gehrke, Annette und Siegfried Reindel kostümiert.

Kulturwoche: Festumzug des Guichinger Kulturlieferdienstes sorgt für Begeisterung

„Die Menschen haben sich danach gesehnt“

Musik lag am Sonntag über Gilching in der Luft. Die Musikkapellen hatten einen großen Umzug organisiert, er fand im Rahmen der Gilchinger Kulturwoche statt. Und war ein großer Erfolg.

Gilching – Mina Weber winkte in die Menge und strahlte dabei über beide Ohren. Auf Mamas Schultern hatte die einjährige Tochter des ersten Vorstands René Weber vom Guichinger Brauchtum den absoluten Überblick über den Festzug, den Philipp Fixmer in Zusammenarbeit mit Gilchinger Vereinen im Rahmen der Gilchinger Kulturwoche auf die Beine gestellt hat. „So ein schönes Fest habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, freute sich Bürgermeister Manfred Walter gestern über die Initiative der Ehrenamtlichen. Eine „außergewöhnliche Idee“, die diese außergewöhnliche Zeit einfordere.

Als Teil vom Spielmanns- und Fanfarenzug Edelweiß Gilching (sfz) präsentierten die Alphornbläser vor der St. Vitus Kirche zum ersten Mal ihre neuen Instrumente. Der musikalische Leiter der Bläser, Wolfgang Eckl, bedankte sich beim Bürgermeister und dem Gemeinderat für die großzügige Beteiligung beim Kauf, bevor Pfarrer Franz von Lüninck die Alphörner segnete. Derweil kroch die Sonne zwischen der Wolkendecke hervor und erleuchtete den Guichinger Kulturlieferdienst, der ein Füllhorn an Kultur durch Gilching und direkt zu den Menschen brachte.

Angeführt vom Spielmannszug nahmen die Umzugsteilnehmer auf ihrem Weg entlang der Römerstraße bis zum Rathaus immer mehr Zuschauer auf, die hingerissen die Darbietungen an den drei Stationen verfolgten.

Den ersten Halt machten die Kulturschaffenden vor dem Seniorenzentrum-Pichelmayr, wo die Bewohner fröhlich zum vom Spielmannszug aufgeführten „Pepito“ wippten. Die Herzen im Sturm eroberte die Kindertanzgruppe vom Guichinger Brauchtum, die in Tracht alte Tänze zum Besten gaben. Gefolgt vom Schuhplattler, den die gleichnamige Gruppe vom Brauchtumsverein auf die Straße legte. Die anschließende Einlage der Blaskapelle Gilching begleiteten die Heranwachsenden Anton und Konrad mit einer Eigenchoreografie. Die engagierten Zuschauer waren mit Antons Mutter Christine Geissler gekommen, die als Gilchingerin die Veranstaltung sehr begrüßte. „Schön, wenn das Brauchtum lebt“, sagte sie, und Johanna Stempfle fügte hinzu: „Die Menschen haben sich danach gesehnt.“

Klara Storck, Bewohnerin des Seniorenzentrums, fand die Aufführung „großartig“ und wünschte sich bald eine Wiederholung, bevor der Zug zum Wersonhaus weiterzog. Dort enthüllte der Verein Zeitreise Gilching feierlich die Infotafel am römischen Meilenstein und lud die Gäste zum Umtrunk mit Kirschsaft beziehungsweise -likör. Eine Frucht, die einst über besagte Römerstraße den Einzug in unsere Umgebung gefunden hatte, erzählte Vorsitzende Annette Reindel den interessierten Zuschauern.

Mittlerweile hatte es sich Mina im Bollerwagen gemütlich gemacht und ließ sich zur letzten Station kutschieren, das Betreute Wohnen an der Andechserstraße. Vor dem Rathaus schloss die Festgesellschaft den gelungenen Festzug schließlich ab. Bürgermeister Walter hatte keinen Zweifel: „Kunst und Kultur sind der Kit der Gesellschaft.“

Die Kulturwoche

geht heute mit zwei Programmpunkten weiter. Im Vereinsheim Guichinger Brauchtum findet um 19 Uhr ein Schnupperkurs für Goaßlschnalzen statt. In der Filmstation ist der Film „Ein verborgenes Leben“ zu sehen (19 Uhr).

Michèle Kirner

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