Fassungslos: Nicola Rank aus dem kleinen Ort Nebel stand gestern vor den zerstörten Vitrinen am S-Bahn-Halt in Geisenbrunn. Auch das Wartehäuschen wurde erheblich beschädigt.
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Fassungslos: Nicola Rank aus dem kleinen Ort Nebel stand gestern vor den zerstörten Vitrinen am S-Bahn-Halt in Geisenbrunn. Auch das Wartehäuschen wurde erheblich beschädigt.

Polizei sucht Zeugen

Randale am S-Bahn-Halt Geisenbrunn: „Die Schäden sind massiv“

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Unbekannte haben am Wochenende am S-Bahn-Halt in Geisenbrunn gewütet. Zahlreiche, zum Teil erst vor Kurzem neu eingesetzte Glasscheiben wurden eingeschlagen oder eingeworfen. Zeugen wollen am Freitagabend eine Gruppe von etwa 20 jungen Leuten am Bahnsteig gesehen haben.

Geisenbrunn – Es war ein Bild blinder Zerstörungswut: Zahlreiche Glasscheiben von Vitrinen waren eingeschlagen oder eingeworfen, ebenso fast alle Scheiben des Wetterschutzhäuschens, als Folge war der Boden der Bahnsteige mit unzählbaren Glasscherben übersät. Was sich in der Nacht von Freitag auf Samstag am S-Bahn-Halt Geisenbrunn abgespielt hat, lässt sich wohl kaum damit erklären, dass jemand über die Stränge geschlagen hat. Vielmehr scheint dort etwas komplett aus dem Ruder gelaufen zu sein.

„Die Schäden sind massiv“, sagt eine Bahnsprecherin gegenüber dem Starnberger Merkur. Sowohl an Gleis 1 (Richtung Herrsching) als auch an Gleis 2 (Richtung München) hätten sich die Randalierer ausgetobt. Besonders ärgerlich: Die sogenannten Segmentscheiben des Wartehäuschens seien „erst vor Kurzem“ neu eingebaut worden, sagt die Sprecherin und schätzt den Sachschaden auf insgesamt rund 6000 Euro. Ob da auch die Reinigungskosten für den offenbar schon länger verschmierten Fahrkartenautomaten dabei sind, ist offen.

Die Bundespolizeidirektion München hatte nach Angaben von Sprecherin Sina Dietsch am Samstag um 6.28 Uhr den Anruf einer Anwohnerin erhalten. Eine Streife machte sich daraufhin auf den Weg in den Gilchinger Ortsteil. Bei der folgenden Spurenaufnahme sicherten die Beamten auch insgesamt „sieben Schottersteine“, mit denen der oder die Täter offenbar Scheiben eingeworfen haben. Nach Angaben eines Zeugen sollen sich am Abend zuvor, also am Freitag, rund 20 Jugendliche an dem S-Bahn-Halt aufgehalten haben. Nähere Einzelheiten dazu und zu der Frage, ob sie für die Randale verantwortlich sind, lagen der Bundespolizei gestern noch nicht vor. Sicherheitshalber schaute eine Polizeistreife am Samstag auch gleich am Bahnhof Gilching-Argelsried nach, konnte dort nach Angaben Dietschs aber keine Schäden feststellen. Ganz anders stellte sich die Situation am Endhaltepunkt der S 4 in Geltendorf (Landkreis Landsberg) dar, wo am Wochenende „ein Infohäuschen komplett zerstört“ wurde, wie die Polizeisprecherin sagt.

Die Bundespolizei sucht Zeugen des Vorfalls in Geisenbrunn und bittet diese, sich unter Telefon (0 89) 5 15 55 00 zu melden. Die Bahn will die Schäden auf den Bahnsteigen „schnellstmöglich“ reparieren lassen, sagt die Sprecherin, ohne bereits ein genaues Datum nennen zu können. Immerhin versuchte ein Arbeiter gestern schon mal, den verschmierten Fahrscheinautomaten wieder in Ordnung zu bringen.

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