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Symbolbild

Gericht

Griff in Kasse und Backregal

Gilching - Ein 19-Jähriger musste sich dieser Tage wegen sechsfacher Unterschlagung sowie falscher Verdächtigung vor dem Starnberger Jugendgericht verantworten. Zwar räumte der Gilchinger vor dem Kadi nur einen Teil der Anklagevorwürfe ein. Der schmerzhafte Richterspruch blieb dem vorbestraften Angeklagten dennoch nicht erspart.

Er hatte noch kaum einen Monat in einem Herrschinger Supermarkt gearbeitet, da endete die Lehrzeit eines Azubi mit einem Eklat. Und ein juristisches Nachspiel folgte: Der 19-Jährige musste sich dieser Tage wegen sechsfacher Unterschlagung sowie falscher Verdächtigung vor dem Starnberger Jugendgericht verantworten. Zwar räumte der Gilchinger vor dem Kadi nur einen Teil der Anklagevorwürfe ein. Der schmerzhafte Richterspruch blieb dem vorbestraften Angeklagten dennoch nicht erspart: Jugendrichter Ralf Jehle setzte die Geldauflage bei 800 Euro fest und betonte: „Das war ein immenser Vertrauensbruch in einem Ausbildungsverhältnis.“

Als Kassenkraft war der 19-Jährige im Spätsommer 2015 offenbar gleich mehrfach in Versuchung geraten. Laut Anklage soll er sich durch Pfandgeldentnahmen bereichert und heimlich Backwaren verzehrt haben. Der Schaden: Rund 150 Euro. „Der Ang eklagte war äußerst auffällig bei Kassendifferenzen, deshalb stand er bei mir schon unter Beobachtung“, so sein ehemaliger Betriebsleiter. Mittels eines „Ehrlichkeitstestes“ fühlte der Chef dem jungen Mitarbeiter auf den Zahn. Der fingierte Fund von 20 Euro durch einen vermeintlichen Kunden zeigte schnell, dass der Gilchinger auch dieses Geld nicht ordnungsgemäß bei seinem Vorgesetzten abgab. Zwar unterzeichnete der 19-Jährige bei seiner Entlarvung zunächst freiwillig ein Schuldanerkenntnis, ließ vor Gericht jedoch wissen, er habe nur gelegentlich Backwaren verzehrt und einmal acht Euro Pfand unterschlagen. Die vom Kunden abgegebenen 20 Euro habe er seinem Chef zudem noch aushändigen wollen. Das Schuldanerkenntnis habe er lediglich „unter Druck“ unterzeichnet.

Richter Jehle hingegen hegte keine Zweifel an der Zeugenaussage des Betriebsleiters. Lediglich der zweite Anklagevorwurf, der Gilchinger habe einen Freund und Ex-Kollegen fälschlicherweise des Drogenkonsums beschuldigt, kam zur Einstellung. Offenbar hatte dieser Freund den Angeklagten beim gemeinsamen Herrschinger Supermarktchef angeschwärzt. Für den angeklagten Gilchinger war das Grund genug, seinen Freund bei der Polizei wegen angeblichen Marihuanakonsums zu verpetzen: „Mein Kumpel hat dem Chef gesagt, dass ich mich an den Backwaren bereichert habe. Ich war einfach sauer.“

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