Ein Schulbus hält halb auf der Straße und halb auf dem Geh- und Radweg vor den Schulen an der Talhofstraße in Gilching.
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Ein Schulbus hält halb auf der Straße und halb auf dem Geh- und Radweg, Elterntaxis quetschen sich aneinander vorbei: Die Situation vor den Schulen an der Talhofstraße in Gilching halten Gemeinderäte und ADFC für unbefriedigend.

Situation an Talhofstraße

ADFC in Gilching kritisiert Gemeinderat beim Thema Verkehr vor Schulen: „Echte Problemlösung sieht anders aus“

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Der ADFC in Gilching kritisiert einen Beschluss des Gemeinderats. Es geht um den Verkehr vor den Schulen an der Talhofstraße. Der Fahrradverein fordert eine Sperrung.

Gilching – Die ADFC-Ortsgruppe Gilching reagiert mit deutlicher Kritik auf einen Beschluss des Verkehrsausschusses des Gemeinderats. Der hatte sich vorige Woche für einen Antrag von Harald Schwab (CSU) ausgesprochen, am Schulzentrum an der Talhofstraße den Geh- und Radweg zur Gymnasiumturnhalle hin zu verschwenken, um die Verkehrssituation in dem Bereich zu entschärfen (wir berichteten).

ADFC-Sprecher Jakub Tobolar nennt das „eine autogerechte Lösung“ und erklärt per Pressemitteilung: „Es wurde eine Lösung gewählt, die die Situation in der Talhofstraße kaum entlastet, viel Geld kostet und den motorisierten Verkehr samt Elterntaxis priorisiert. Eine echte Problemlösung sieht anders aus.“

ADFC favorisiert Sperrung der Talhofstraße für Autos

Der Radfahrerverein favorisiert eine ganz andere Variante – nämlich eine Sperrung der Talhofstraße zwischen den Einmündungen Gutenbergstraße und Laubaner Straße für den Pkw-Verkehr. Dann könnten nur noch Schulbusse direkt vor dem Christoph-Probst-Gymnasium und der Arnoldus-Grundschule halten. Für Elterntaxis sollten dagegen weiter entfernt sogenannte „Kiss-and-go-Zonen“ eingerichtet werden, an denen sich Mütter und Väter von ihren Kindern verabschieden können. Das habe der ADFC bereits bei seiner Radl-Demo für sichere Schulwege im Oktober 2019 gefordert, erklärt Tobolar.

„Der Verkehr entsteht ja dadurch, dass so viele Elterntaxis zur Schule fahren“, sagt der ADFC-Sprecher im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Deswegen sei es die sinnvollste Variante, sie aus dem Bereich komplett herauszuhalten.

Ideen im Gemeinderat: Sperrung, Einbahnstraßen-Regelung und optische Abtrennung

Diese Variante kam auch in der Ausschusssitzung zur Sprache, fand dort jedoch keine Mehrheit. Für die SPD hatte Christian Winklmeier die Sperrung der Talhofstraße vor den Schulen beantragt und dazu eine Einbahnstraßenregelung Richtung Norden zwischen Laubaner Straße und Gutenbergstraße - diese allerdings nur mit dem Zusatz „Busse frei“. Die Verwaltung hatte sich für eine Einbahnstraßenregelung Richtung Süden zwischen Gutenberg- und Orionstraße ausgesprochen.

Der ursprüngliche Antrag von Oliver Fiegert (BfG) hatte vorgesehen, den Haltebereich der Schulbusse mit einer weißen Linie optisch von der Fahrbahn abzutrennen, entsprechend zu markieren und die Fahrbahn dafür auf die Ostseite der Talhofstraße zu verschwenken. Was zur Folge gehabt hätte, dass die dortigen Parkplätze wegfallen würden.

Chaotische und brenzlige Situationen entstehen derzeit vor der Schule

Derzeit halten die Schulbusse zum Teil auf der Straße, zum Teil auf dem Geh- und Radweg vor den Schulen, was immer wieder zu brenzligen Situationen führt. Deutlich angespannter ist die Lage zudem bei schlechtem Wetter, wenn mehr Eltern als sonst ihre Kinder mit den Autos bringen und sich die Fahrzeuge in beiden Richtungen an den Bussen vorbeiquetschen.

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Wie berichtet, wird sich der Gilchinger Bauausschuss im Januar mit dem Thema beschäftigen und die Verwaltung bis dahin die Kosten für einen Umbau ermitteln.

ps

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