Vertragen sich gut: Bufdi Fabian Thein und Sozialdienst-Vorstand Thomas Müller.
+
Vertragen sich gut: Bufdi Fabian Thein und Sozialdienst-Vorstand Thomas Müller.

Gilchinger Sozialdienst

„Ein von oben herab gibt es hier nicht“

Fabian Thein aus dem Weßlinger Ortsteil Hochstadt ist seit neun Monaten sogenannter Bufdi beim Sozialdienst in Gilching. Der Spitzname leitet sich von dem Begriff Bundesfreiwilligendienst ab. Thein startete das soziale Jahr im Anschluss ans Abitur. Seine Motivation: „Ich habe vom Staat zwölf Jahre lang kostenlos eine Grundausbildung erhalten. Nun wollte ich einfach mal etwas zurückgeben.“

Gilching - Für Fabian Thein hat der Einsatz beim Sozialdienst weit mehr gebracht, als er erwartete. Das war nicht zuletzt der Corona-Pandemie geschuldet. Denn vieles lief deswegen anders: Die Tagespflege durfte nur sechs statt acht Klienten aufnehmen, Kulturveranstaltungen fielen ganz aus. Damit blieb dem 20-Jährigen Zeit, sich auch anderswo nützlich zu machen. Im Büro beispielsweise durfte er ins Personalmanagement hineinschnuppern, er half beim Fahrdienst für die Senioren aus und auch bei der Betreuung des Fuhrparks. „Es hat alles sehr viel Spaß gemacht und es wurde nie langweilig“, sagte der junge Mann.

Auch der Vorstandsvorsitzende Thomas Müller spricht im Zusammenhang mit Thein von einem Glücksgriff. „Wir hatten bisher immer Glück mit unseren Bufdis. Florian aber war der erste, der wegen Corona überall eingesetzt wurde und den man auch überall gebrauchen konnte. Egal ob er sich liebevoll um die Menschen kümmerte oder ob er dafür sorgte, dass unsere Autos wieder auf Vordermann gebracht wurden, wozu auch gehörte, die Fahrzeuge zu putzen.“

Thein wiederum bezeichnete insbesondere die Vielfalt als „gute Voraussetzung und als Orientierung für das, was ich später einmal machen will“. Zwar würde ihm eine berufliche Zukunft im sozialen Bereich gut gefallen, dennoch will er erst einmal Informatik studieren. „Danach sehe ich, ob ich weitermache oder wohin der nächste Weg geht. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, als Informatiker in sozialen Bereichen anzukommen.“

Noch bleiben Thein drei Monate, bevor er beim Sozialdienst Abschied nehmen wird. Bleiben werden die „schönen Erinnerungen“, da ist sich Thein sicher. „Hier wird man vom ersten Tag an wie in einer großen Familie aufgenommen und auch als Neuling auf Augenhöhe behandelt. Ein von oben herab gibt es hier nicht.“ Und was macht Florian Thein in seiner Freizeit? „Viel Sport, unter anderem Klettern und Fahrrad fahren.“

Ab September dieses Jahres ist beim Gilchinger Sozialdienst also wieder Platz für einen Nachfolger. Wer sich als Bufdi oder Bufdine bewerben will, kann sich an Thomas Müller unter z (0 81 05) 77 82 44 oder per Mail über www.sozialdienst-gilching.de melden.

Uli Singer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare