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Energiegeladen: (v.l.) Herbert Schwarz, Florian Wiedenbauer (Krailling), Franz Eder (Weßling), Rupert Monn (Berg), Petra Slawisch, Lydia Holz (Gilching) und Landrat Karl Roth.

Energiepreis 2015

Heizen mit Eis verblüfft die Jury

Starnberg – Da schaute manch einer der 80 Besucher ungläubig. „Man kann auch mit Eis heizen“, sagte Herbert Schwarz, der Umweltberater des Landratsamts. Als jetzt der Energiepreisträger des Landkreises Starnberg zu küren war, hat so ein Eisspeicher die Jury begeistert.

Sieger ist wie berichtet Franz Eder, der sein Haus in Weßling unter anderem so ausgestattet hat. Samt kontrollierter Wohnraumlüftung, Pufferspeicher, Solarthermie und Fotovoltaik hat ihn das alles knapp 19 000 Euro gekostet – dank „100 Prozent Eigenleistung“ mit seiner Familie, Frau Marion sowie den Kindern Simon (14) und Sophia (10). Als Simon über den Eisspeicher in der Schule ein Referat gehalten hat, ist sein Physiklehrer schier verzweifelt, wie er am Rande erzählte. Etwa 50 000 Euro Kosten wären ohne Eigenleistung entstanden, sagte Eder. Die Amortisationszeit bezifferte er für diesen Fall auf 23 bis 24 Jahre. Wie lange er benötigen wird, wollte er nicht genau einschätzen.

Beeindruckt zeigte sich Eder selbst vom zweiten Preisträger, der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) Römerstraße 65-67 in Gilching. Ihre gemeinschaftliche Gebäudesanierung von 3000 m² Wohnfläche ist für die Jury das seltene Beispiel einer geglückten WEG-Sanierung mit vielen Eigentümern. Eder ist selbst Hausverwalter und weiß, wie schwierig so etwas ist.

Das Kreis-Ziel einer Versorgung nur mit erneuerbaren Energien ist beim dritten Sieger schon Realität, wie Schwarz lobte: Das von den Barmherzigen Schwestern betriebene Waldsanatorium Krailling erhielt die Auszeichnung für vorbildliche Umstellung auf Biomethan, Hackschnitzel und effektive Technik mit einem Blockheizkraftwerk.

Dass die Gemeinde Berg wegen ihrer vier Windräder mit einem Sonderpreis geehrt wurde, freute ihren Bürgermeister Rupert Monn sichtlich. Die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Josefine Anderer-Hirt, bezeichnete das Projekt als „riesigen Beitrag zur Energiewende“. Monns Durchhaltevermögen verdiene höchste Anerkennung. Für Monn war die Auszeichnung „ein bewegender Moment nach einem fünfjährigen dornenreichen Weg“. Obwohl es zurzeit nicht so aussieht, wagte er eine Prognose: „Ich bin mir sicher, dass es in dieser Region langfristig nicht bei diesen vier Anlagen bleiben wird.“

Urkunden erhielten vier weitere Finalisten: Erdmann und Kornelia Treffurth (Meiling) für die energetische Sanierung ihres Einfamilienhauses, Markus Guggemoos (Traubing) für eine große Freiflächen-Fotovoltaikanlage, der Starnberger Architekt Markus Mayer für ein Mehrfamilien-Hybridhaus in Feldafing und schließlich die Grundschule Söcking. Sie sei nicht nur energetisch saniert worden, sagte Schwarz, sondern alles werde von Lehrern und Schülern bis hin zum Hausmeister durch viele Aktionen begleitet. Mit einem pfiffigen Lied traten Söckinger Schüler bei der Ehrung auf.

Bereits zum siebten Mal hat der Landkreis den Energiepreis vergeben. Er will damit positive Beispiele bekannt machen, zur Nachahmung anregen und so die Energiewende im Landkreis vorantreiben. Diesmal gab es 15 Bewerber. Beim vorigen Mal waren es lediglich sieben Bewerber gewesen, was zu Enttäuschung geführt hatte. nz

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