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Die Mähdrescher sind in den vergangenen Tagen auf den Feldern im Landkreis auf Hochtouren gelaufen, auch bei Florian Haas aus Gauting. Hitze und Trockenheit haben beim Getreide jedoch Ernteeinbußen zur Folge. 

Ernte: Bauern ziehen erste Bilanz

Die Hitze hat ihre Spuren hinterlassen

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Seit dem Wochenende liegt die Getreide-Ernte in den allerletzten Zügen. Landwirte registrieren unterdurchschnittliche Erträge. Auch andere Pflanzen haben unter der Hitze gelitten.

Landkreis – Wenn Georg Zankl auf die Ernte blickt, muss er an das Jahr 1976 denken. Der Hitzesommer mit wochenlanger Dürre hatte seinerzeit riesige Ernteausfälle zur Folge. „Damals war es noch viel trockener, das war für den ganzen Landkreis eine Katastrophe“, erinnert sich der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands. Heuer sieht es nicht ganz so schlimm aus wie vor 41 Jahren, aber: „Es war eher eine schlechte Saison für den Landkreis“, sagt Zankl.

Die Hitzeperiode hat ihre Spuren hinterlassen. „Vor allem auf den leichten kiesigen Böden sind die Erträge unterdurchschnittlich“, sagt Zankl. Die meisten Anbauböden im Landkreis sind kiesig, können Wasser also viel schlechter speichern als tonhaltigere Böden. Dabei sagt der Gilchinger Landwirt: „Niederschläge gab es genügend, aber sie waren schlecht verteilt.“ So habe es bis Juli fast keinen Regen gegeben. „Wie im August 2013, der auch recht trocken war. Damals hat es vor allem Kartoffel und Mais getroffen.“ Heuer sei vor allem Getreide geschädigt worden.

Eine Einschätzung, die Florian Haas aus Gauting teilt. „Zum Glück habe ich zu 70, 80 Prozent tiefgründigen Boden“, sagt der Landwirt. Darauf baut er Weizen, Raps, Gerste, Hafer und Mais an. Auf seinem leichten kiesigen Boden allerdings klagt er über „deutliche Ertragseinbußen“. Dabei sagt Haas: „Im Frühjahr sah es noch nach einer Spitzenernte aus. Nach der Hitze dann nicht mehr.“

Die Qualität des Weizens etwa habe extrem gelitten. „Ob das noch Backweizen wird, ist fraglich.“ Landwirte unterscheiden zwischen Futter-, Back- und A- oder E-Weizen. Ersterer ist am günstigsten, letzter am hochwertigsten. „Pro 100 Kilogramm sind das 2,50 Euro Unterschied“, rechnet Haas vor. „Bei acht Tonnen macht das gleich mal 200 Euro pro Hektar aus.“ Haas baut E-Weizen an – im schlimmsten Fall hat er die Kosten dafür getragen, erhält aber nur den Ertrag für Futterweizen.

Vor allem das wechselhafte Wetter sieht er als Problem. „Das ist nicht mehr normal. Das hängt mit dem Klimawandel zusammen.“ Hitzeperioden, die sich mit massiven Niederschlägen abwechseln, habe es früher zwar auch gegeben. „Aber da war es alle zehn Jahre einmal der Fall. Jetzt ist das alle fünf Jahre so“, sagt Haas.

Und die Lösung? Einfach auf den stabileren Mais ausweichen, möchte Haas nicht. Der Gautinger möchte die Fruchtfolge einhalten und immer wieder die Anbau-Art auf seinen Feldern wechseln. „Sonst schaukeln sich die Schädlinge auf, und man braucht mehr Chemie.“ Er hofft daher darauf, dass die Weizen-Sorten stabiler werden. „In fünf Jahren ist das vielleicht so weit.“ Bis dahin müsse man „eben damit leben, wenn man Getreide anbauen will“. So sieht es auch Kreisobmann Georg Zankl, der sagt: „Jammern bringt nichts. Wir wissen, dass eine solche Wetterlage immer mal wieder vorkommt.“

Unter dem zeitweise starken Regen habe im Übrigen der Mais gelitten, sagt Zankl. Dort erwartet der Kreisobmann Zankl ebenso wie bei Kartoffeln und Zuckerrüben aber immerhin einen durchschnittlichen Ertrag. Für Grünland rechnet der Gilchinger dagegen mit bis zu 20 Prozent weniger Ertrag. „Die Tiere brauchen trotzdem was zum Fressen im Winter“, sagt Zankl. Landwirte müssten also früher als geplant auf ihre Vorräte zurückgreifen.

Acker- und Sojabohnen würden im Landkreis eher seltener angebaut werden. Die Auswirkungen der Hitze sind sehr unterschiedlich. „Sojabohnen vertragen Trockenheit gut.“ Die Ackerbohne dagegen habe es erwischt – dort erwartet Zankl bis zu 50 Prozent Ertragsausfall.

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