Catering-Unternehmen Apetito in Gilching.
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Im Speisenverteilzentrum im Gewerbegebiet Gilching Süd stand der Betrieb fast vier Wochen lang coronabedingt still.

Catering-Unternehmen in Gilching

Nach Corona-Schließung: „Erste Stufe erfolgreich angelaufen“

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Zwei Wochen nach der Wiederaufnahme des Betriebs zieht das Catering-Unternehmen Apetito eine positive Zwischenbilanz. Die Ursache für den großflächigen Corona-Ausbruch an dem Standort im Gilchinger Gewerbegebiet Süd ist derweil weiter unklar.

Gilching – Ein Viertel der Mitarbeiter, ein Viertel der Essen – auf einem deutlich niedrigeren Niveau als vor dem Corona-Ausbruch läuft derzeit der Betrieb bei Apetito in Gilching. Dennoch ist das Unternehmen zufrieden, was die Entwicklung der vergangenen zwei Wochen anbelangt. „Die erste Stufe ist erfolgreich angelaufen“, sagt Apetito-Sprecherin Ruth Fislage gegenüber dem Starnberger Merkur mit Blick auf den Zwei-Stufen-Plan, den das Unternehmen vor der Wiederaufnahme des Betriebs den Behörden vorgelegt hatte.

Zur Erinnerung: Am letzten Juni-Wochenende hatte das Landratsamt den Betrieb im Gewerbegebiet Süd geschlossen, nachdem zunächst zehn Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. In der Folge stieg die Zahl der Infizierten auf mehr als 40 – und damit knapp die Hälfte der rund 100 Mitarbeiter in dem Speisenverteilzentrum für die Kliniken der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Apetito betreibt.

Nach der Quarantäne-Zeit wurde der Betrieb am 24. Juli wieder aufgenommen – „mit dem Stationsbedarf wie Tee und Zwieback“, erklärt Fislage. Seit 27. Juli liefert Apetito von Gilching aus wieder die Mittagsversorgung für Patienten und Mitarbeiter in die LMU-Kliniken nach Großhadern und an den Campus Innenstadt. Aktuell werden 1800 Mahlzeiten täglich ausgeliefert – Vollkost, leichte Vollkost und vegetarisch sowie Sonderkostformen. „Wir planen, ab Mitte bis Ende August auch die Früh- und Abendversorgung wieder von Gilching aus sicherstellen zu können“, sagt die Sprecherin. Der genaue Zeitpunkt werde „in enger Abstimmung“ mit den LMU-Kliniken und dem Starnberger Landratsamt festgelegt. Vor dem Corona-Ausbruch hatte Apetito täglich 4800 Patientenessen und 1600 Mitarbeiteressen nach München geliefert.

Derzeit arbeiten nach Angaben Fislages etwa 25 Mitarbeiter an dem Standort in Gilching. „Sie werden gemäß des angepassten Hygienekonzepts eingesetzt.“ Zu den neuen Regeln gehören ein überarbeitetes Abstandskonzept und eine optimierte Zugangssituation. „Darüber hinaus haben wir die Beschilderung nochmals deutlich verstärkt“, erklärt die Sprecherin. „Außerdem haben wir Pausen- und Schichtzeiten angepasst, um den Kontakt unter den Mitarbeitern auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren.“

In dem Konzept seien alle erforderlichen Punkte enthalten, sagt Landratsamtssprecherin Barbara Beck auf Anfrage. Von Seiten des Landratsamtes gebe es keine darüber hinaus gehenden Auflagen. „Wenn sich das Konzept bewährt hat und keine signifikanten Mängel aufgetreten sind, wird in einer zweiten Stufe der volle Betrieb wieder aufgenommen“, erklärt Beck. Zuvor wird es aber auf jeden Fall eine Überprüfung der Standards geben. „In Kürze wird die erste unangemeldete Kontrolle durch das Landratsamt erfolgen“, kündigt sie an.

Wie sich das Virus dermaßen schnell in dem Betrieb ausbreiten konnte, ist noch immer unklar. Die Lüftungsanlage, die anfangs unter Verdacht stand, war es jedenfalls nicht, wie das Landratsamt schon vor zwei Wochen mitgeteilt hatte. „Neue Erkenntnisse dazu gibt es nicht“, sagt Beck jetzt.

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