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17 000 Euro erbeutete ein Unbekannter bei einer 92-Jährigen.

Wie die „echte“ Polizei meldet

Falscher Polizist betrügt 92-Jährige um 17 000 Euro

Eine 92 Jahre alte Frau aus Gilching ist Opfer von falschen Polizisten geworden und wurde um 17 000 Euro betrogen. Die Täter hatten die Frau in mehrstündigen Anrufen mürbe gemacht, teilte die Polizei mit.

Gilching– Zunächst habe die 92-Jährige am vergangenen Mittwoch gegen 9 Uhr einen Anruf erhalten, in dem ein falscher Polizist behauptet habe, dass „Rumänen ihr Geld aus der Wohnung stehlen wollen und dabei ihre Wohnung verwüsten werden“. Nachdem die Seniorin den Anweisungen des angeblichen Polizisten noch nicht Folge geleistet habe, sei sie bis 15.30 Uhr ständig „mit weiteren Anrufen tyrannisiert“ worden, erklärte der Germeringer Inspektionsvize Andreas Ruch. Die ältere Dame habe nicht zur Ruhe kommen können und sei gegen 16 Uhr von den Trickdieben dazu gebracht worden, das Bargeld in einer Geldkassette aus einem Fenster ihrer Wohnung aus dem zweiten Stock zu werfen. Vor dem Haus wartete bereits offensichtlich ein „Abholer“, der die Kassette aufhob und in Richtung eines Supermarktes am Starnberger Weg flüchtete. Der Täter konnte entkommen.

„Das Vorgehen der Täter war wieder darauf ausgelegt, dass sie ihr Opfer durch mehrstündige Anrufe praktisch dahingehend mürbe beziehungsweise müde gemacht hatten, bis die Seniorin ihr Bargeld im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Fenster warf“, erklärte Ruch und wiederholte die Verhaltenstipps der Polizei:

. Seien Sie misstrauisch bei derartigen Anrufen.

. Die Polizei ruft niemals von der Notrufnummer 110 an.

. Beenden Sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten bzw. Informationen über vorhandene Wertgegenstände oder Bargeld preiszugeben.

. Gehen Sie nicht auf Forderungen zur Überweisung oder Übergabe von Geldbeträgen ein.

. Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände, um Ermittlungen durchzuführen.

. Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter einer dem Telefonbuch entnommenen Telefonnummer an, in eiligen Fällen auch unter der Notrufnummer 110 – benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, sonst landen Sie möglicherweise bei den Betrügern.

. Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

. Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen.

. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter. 

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