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Die Meisterurkunde erhielt Malte Helmrich von Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl (l.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers.

Handwerkskammer

Schweißen, fräsen, stanzen

Maschinen fertigen, warten und reparieren: Das sind die Aufgaben des frisch gebackenen Feinwerkmechanikermeisters Malte Helmrich. Der 24-Jährige Gilchinger hat im Sommer erfolgreich seine Meisterprüfung abgelegt. Er ist in diesem Jahr der beste der 49 Feinwerkmechanikermeister in Oberbayern.

Gilching – „Mir liegen handwerkliche Arbeiten“, sagt Helmrich. „Das Fräsen macht mir Spaß, und Metallarbeiten haben mich schon immer fasziniert.“ Deshalb beendete er vorzeitig seine Schullaufbahn am Germeringer Gymnasium und begann eine Ausbildung zunächst zum Werkzeugmechaniker.

Dreieinhalb Jahre lang lernte er in einem Werkzeugbaubetrieb in Krailling, Werkzeuge für industrielle Produktionsarbeiten herzustellen. Werkzeugmechaniker bauen durch Bohren, Fräsen oder Schleifen diese Maschinen, die später einmal beispielsweise Kugelschreiber, Autoteile oder andere Produkte fabrikmäßig herstellen. Oft müssen sie computergesteuerte Werkzeugmaschinen vorher selbst programmieren.

„Man muss sehr genau arbeiten“, sagt Helmrich. Diese Genauigkeit mache ihm Spaß, was ihm auch nach der Ausbildung zugute kam: Weitere eineinhalb Jahre arbeitete er in seinem Ausbildungsbetrieb als Werkzeugmechaniker, bevor er sich vor einem guten Jahr in der Meisterschule in München anmeldete. Seinen Meister wollte er als Feinwerkmechaniker machen. Ein Jahr lang besuchte er die Meisterschule. „Das war nicht einfach. Der Meister wird einem nicht geschenkt“, so Helmrich. „Aber die Schule hat uns gut vorbereitet.“

Vier Übungsstücke mussten die Meisterschüler anfertigen, darunter zum Beispiel einen Schraubstock. Diese Übungsstücke dienten der Vorbereitung auf die finale Meisterprüfung. „Jeder sucht sich ein Meisterstück aus und stellt es dem Prüfausschuss vor“, sagt Helmrich. „Dann hat man etwa 30 Stunden Zeit, um das Stück zu fertigen.“

Helmrich selbst suchte sich als Meisterstück ein hydraulisches Presswerkzeug aus. Dieses kann Lasten heben, Materialien pressen oder Gegenstände auf Belastbarkeit testen. „Ich wollte eine kleine hydraulische Presse machen, weil ich in meiner Freizeit gerne an Autos herumschraube“, sagt Helmrich. „Dabei hilft so etwas sehr.“

In der Meisterprüfung waren allerdings nur Einzelteile der Presse herzustellen. „Aber ich möchte sie noch selbstständig zusammenbauen“, verrät Helmrich. Des weiteren musste er noch eine Theorieprüfung, eine Prüfung in der Betriebswirtschaftslehre und eine in der Pädagogik absolvieren. Zusammengerechnet erreichte er einen Notendurchschnitt von 1,25. Damit ist er von allen 49 Feinwerkmechanikermeistern dieses Jahres in Oberbayern der Beste.

Bei der Meisterfeier in München erhielt er seinen Meisterbrief. „Man muss einfach viel lernen und sich für das Thema interessieren“, verrät Helmrich seinen Schlüssel zum Erfolg. „Irgendwie muss man sich durchbeißen.“

Jetzt dürfte er sich selbstständig machen und eine eigene Firma gründen, junge Handwerker ausbilden oder weiterhin als angestellter Meister arbeiten. Letzteres hat Helmrich zunächst vor. „Als Feinwerkmechaniker braucht man teure Maschinen. Da ist es schwer, sich selbstständig zu machen“, sagt er. Derzeit besucht Helmrich aber noch eine Fortbildung zum Betriebswirt. „Danach suche ich mir eine Meisterstelle in der Umgebung.“

Von Vanessa Lange

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