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Fernwärme-Projekt in Gilching: Möglichst viele sollen profitieren

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Wärme aus der Ferne ist das Geschäft von Jan Haas, Projektleiter Fernwärme bei den Gilchinger Gemeindewerken.
Wärme aus der Ferne ist das Geschäft von Jan Haas, Projektleiter Fernwärme bei den Gilchinger Gemeindewerken. © Uli singer

Heißes Wasser aus der Tiefe für warme Wohn- oder Bürozimmer: Fernwärme-Projektleiter Jan Haas spricht im Interview über Stand und Vorteile des Gilchinger Netzes.

Gilching – Zentrales Thema der Gemeindewerke in Gilching ist die Versorgung der Bürger mit Fernwärme. Priorität hat die Geothermie, die seitens der Asto-Gruppe federführend betrieben wird. Die Voruntersuchungen seien bereits abgeschlossen, betonte Bernd Schulte-Middelich, Geschäftsführer der Asto-Gruppe. Mit den Bohrungen und dem Bau der Rohre soll nächstes Jahr begonnen werden. Inwieweit und wo in Gilching künftig heißes Wasser aus der Tiefe für warme Wohn- oder Bürozimmer sorgt, erklärte Jan Haas, Projektleiter der Fernwärme bei den Gemeindewerken.

Herr Haas, bedeutet Fernwärme eigentlich generell Geothermie?

Nein. Das wird leider immer wieder verwechselt. Unter Fernwärme versteht man lediglich, dass mehrere Gebäude über eine Heizzentrale mit Wärme versorgt werden. Das kann über Erdwärme sein, aber auch durch regeneratives Brennmaterial. Die Rohr-Leitungen dazu werden in den Straßen verlegt, durch die dann heißes Wasser an die jeweiligen Gebäude geliefert wird. Dort wird die Wärme des Wassers via Wärmeübergabestation auf das Heizsystem verteilt. Meist sind die Nutzer der Fernwärme im Umkreis von bis zu 20 Kilometer der Heizzentrale angesiedelt. Unser erstes Kraftwerk steht in Argelsried und versorgt im Gewerbegebiet Ost (Porsche-Zentrum) bereits alle neu angesiedelten Firmen und einige Privathäuser.

Mit Erdwärme?

Nein. Es dauert noch bis etwa Herbst 2025, bis die Voraussetzungen geschaffen sind, Erdwärme zu liefern. Gebohrt wird am Waldrand hinter dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen. Von dort aus werden wir auch, so alle Voraussetzungen passen, beliefert. Als Zwischenlösung für die Fernwärme aber haben wir uns für Pellets entschieden, die momentan die Heizzentrale in Argelsried und somit auch die angeschlossenen Gebäude befeuern. Wir nutzen die Zeit, unser Rohrleitungssystem schnellstmöglich voranzubringen, um möglichst vielen Bürgern einen Anschluss zu ermöglichen.

Wo genau werden die Rohre als nächstes verlegt?

Nach Bauabschnitt I in Argelsried geht es jetzt weiter mit Bauabschnitt II über die Herbst- und Frühlingsstraße, den Juliane-Meier-Weg bis hin zur Landsberger Straße. Von dort aus geht es entlang der Landsberger Straße stadtauswärts bis zur Flughafenstraße. Ziel ist es, bis Ende 2023 im Bauabschnitt II alle Gebäude angeschlossen zu haben. Bauabschnitt III liegt oberhalb der S-Bahn-Linie und wird danach in Angriff genommen. Das Interesse, sich anzuschließen, ist seit dem Ukraine-Krieg und der Entwicklung in puncto Energieversorgung enorm gestiegen. Die Menschen wollen jetzt so schnell als möglich unabhängig von russischen Gaslieferungen werden und auch weg von fossilen Brennstoffen.

Was passiert, sollte das Projekt Tiefengeothermie entgegen aller Erwartungen scheitern?

Das wäre sehr schade, aber es würde nichts an unseren Plänen der Fernwärme ändern. Alternativ böten sich weiterhin Pellets, besser aber noch die günstigeren Hackschnitzel als regenerativer Brennstoff an. Egal was auch kommt, die Heizzentrale kann der künftigen Nutzung dann technisch angepasst werden.

Wie werden mögliche Interessenten darüber informiert, dass sie sich bereits für einen Anschluss bewerben können?

Nachdem die behördlichen Formalitäten, wie staatliche Fördergelder, so weit als nötig unter Dach und Fach sind, können wir jetzt aktiv in die Kundenwerbung gehen und die Bürger über die Vorteile der Fernwärme informieren. Ein Vorteil ist unter anderem, dass sich der Haus- oder Wohnungseigentümer nach Anschluss an die Fernwärme bequem zurücklegen kann, denn für die Wartung sind dann künftig die Gemeindewerke zuständig. Der Verbraucher hat sich lediglich nur noch um die eigene Umwälzpumpe sowie den Warmwasserbereiter zu kümmern.

Interview: Uli Singer

Weitere Informationen zur Fernwärme gibt es im Internet unter www.gemeindewerke-gilching.de.

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