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Der Gilch inger Festplatz ist als Standort für ein Feuerwehrgerätehaus im Gespräch. Er ist allerdings Teil eines Grünzugs, auch wenn man ihm das nicht ansieht. 

Ortsentwicklung

Grünzug macht das mit dem Feuerwehrhaus  schwierig

Die Gemeinde Gilching sucht einen Platz für ein neues Feuerwehrhaus. Theoretisch würde sich der Festplatz anbieten. Das ist aber nicht so einfach.

Gilching – Obwohl Otto Normalverbraucher den Gilchinger Festplatz keinesfalls als Teil eines wertvollen Grünzugs sehen würde, könnte er dem Bau des neuen Feuerwehrhauses entgegenstehen. Mehrheitlich war man in der Ratssitzung am Dienstag allerdings dafür, den Festplatz erst einmal einer immissionsrechtlichen Standortanalyse zu unterziehen und gegebenenfalls den Flächennutzungsplan zu ändern.

Wie berichtet, steht außer Zweifel, dass die Freiwillige Feuerwehr Gilching ein neues Gerätehaus benötigt. Die Verhandlungen über ein Grundstück nahe des bestehenden Feuerwehrhauses allerdings erklärte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter am Dienstag für gescheitert. Der Grundstückseigner habe „exorbitante Vorstellungen“ über den Kaufpreis gehabt.

Nachdem sich auch ein möglicher Standort im Gewerbegebiet zerschlagen hatte – „die Anfahrt ist zu lange, und im Notfall kommt es auf jede Minute an“, erklärte Kommandant Robert Strobl – blieb nur noch der Festplatz am Starnberger Weg. Vorteil: Er ist gut erreichbar, liegt zentral und ist im Besitz der Gemeinde. Ja, wäre er im Flächennutzungsplan nicht als Teil eines durchgängigen Grünzuges zwischen Frühlingsstraße und Weßlinger Straße festgeschrieben. CSU-Gemeinderat Martin Fink mahnte gar: „Wenn ein privater im Grünzug etwas bauen will, lehnen wir strikt ab. Baut die Gemeinde, spielt der Grünzug plötzlich keine Rolle mehr. Wir sollten uns wirklich überlegen, ob der Grünzug so wie geplant noch Sinn macht, oder ob wir nicht gleich den Flächennutzungsplatz ändern sollten.“

Zustimmung bekam er von Harald Schwab (CSU). „Wenn wir ehrlich sind, einen durchgängigen Grünzug gibt es doch schon lange nicht mehr. Rundherum ist alles bebaut. Wichtiger ist in diesem Falle, dass die Feuerwehr einen Standort bekommt, der im Notfall durch die Feuerwehrleute schnell erreichbar ist und von wo aus man auch schnell zum Einsatzort kommt. Diese Voraussetzungen erfüllt der Festplatz.“

Paul Vogl wiederum erinnerte an frühere Zeiten, als das Areal noch als Festplatz genutzt wurde. „Wir mussten ihn aufgeben, weil zu viele Beschwerden von den Anwohnern kamen.“

Einen Vorschlag zur Güte machte der Rathauschef: „Sollte der Standort Festplatz immissionsschutzrechtlich in Frage kommen, muss bei der Planung der Grünzug so umfangreich wie möglich erhalten bleiben.“ Gegen die Stimmen von Christian Bauer (CSU) und Martin Pilgram (Grüne) folgte der Rat dem Vorschlag, eine Standortanalyse vorzunehmen beziehungsweise bei einem positiven Ergebnis den Flächennutzungsplan zu ändern.

Uli Singer

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