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In Sicherheit: Das Fohlen mit Polizeihauptmeisterin Corinna Kolb.

Polizistin mit großem Herz für Tiere

Fohlen erlebt Autobahn-Abenteuer und darf sich bei Polizistin erholen

  • Katja Brenner
    VonKatja Brenner
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So etwas erlebt man nicht alle Tage: Weil ein Münchner Autofahrer den Pferdeanhänger eines Schweizers seitlich rammte, musste ein sieben Monate altes Fohlen gerettet werden – und durfte sogar über Nacht im Landkreis bleiben.

Gilching – Die Germeringer Polizei hat ein Herz für Tiere. Das hat sie in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, zum Beispiel, als sie einen Wespenbussard mitten auf der B2 rettete oder eine verirrte Fledermaus in einem Wohnzimmer einfing. Am Montag hatte sie es mit einem etwas größeren Kaliber zu tun: mit einem Pferd.

Denn die Polizisten wurden zu einem Einsatz auf die Autobahn A 96 gerufen, bei dem einem sieben Monate alten Fohlen die Pferdeliebe einer Kollegin zu Gute kam. „Dieser Affinität war es letztlich zu verdanken, dass das Fohlen aus seiner durchaus misslichen Lage mitten auf der Autobahn stehend abtransportiert werden konnte“, erklärt Andreas Ruch, stellvertretender Inspektionsleiter der Germeringer Polizei, die auch für Gilching zuständig ist. 

Wegen Baustelle: Unfall bei Oberpfaffenhofen

„Vorausgegangen war dem Ganzen ein Unfall bei der Anschlussstelle Oberpfaffenhofen, als ein 53-jähriger Münchner auf die A 96 in Fahrtrichtung Lindau auffuhr.“ Wegen der geänderten Einfahrt wich der abrupt nach links auf die rechte Spur der Hauptfahrbahn aus, um nicht in die Warnbaken zu fahren. Bei dem Manöver touchierte er nahezu ungebremst den dort fahrenden Pferdeanhänger eines 21-jährigen Schweizers. „Der Pferdeanhänger wurde durch den Aufprall so stark beschädigt, dass er nicht mehr fahrbereit war. Glücklicherweise blieb das sieben Monate alte Fohlen unverletzt, da der Anhänger nicht umgefallen war“, resümiert Ruch den Einsatz. Doch der Anhänger musste abgeschleppt werden – natürlich ohne Fohlen.

Polizistin springt mit eigenem Pferdeanhänger ein

Also verständigten die Kollegen der Autobahnpolizei Fürstenfeldbruck umgehend die Inspektion in Germering und baten dort um Unterstützung. Was Ruch besonders freut: „Für Polizeihauptmeisterin Corinna Kolb, die zufällig nahe Gauting ihr eigenes Pferd stehen hat, war es keine Frage, ihren eigenen Pferdeanhänger dem Schweizer Pferdebesitzer ad hoc zur Verfügung zu stellen und damit die Situation auf der Autobahn schnell zu bereinigen.“ Für das Umladen des Pferdes musste die rechte Fahrbahn für etwa eine Viertelstunde gesperrt werden. Nach diesem Abenteuer durfte sich das Fohlen auf dem Pferdehof der Germeringer Polizistin von dem Schreck am Nachmittag erst einmal über Nacht erholen. 

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