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Sonne und Justitia

Aus dem Gerichtssaal

Gaunerei geht nach Urteil nahtlos weiter

Das Internet eröffnet Betrügern so manche Möglichkeit. Für eine 24-Jährige, die zur Tatzeit in Gilching wohnte, endeten die Machenschaften jetzt vor dem Starnberger Amtsgericht. Die Frau ist bereits mehrfach einschlägig vorbestraft.

Gilching – Als „unschön“ stufte Richterin Brigitte Braun die schnelle Rückfallgeschwindigkeit der Angeklagten ein. Erst eine Woche nach ihrem letzten Betrugsprozess startete die junge Frau erneut fingierte Verkaufsgeschäfte auf diversen Internet-Auktionsplattformen.

Zwischen August und Oktober 2015 bot die heute bei ihrer Großmutter in Haar wohnende Angeklagte Markenhandys oder Schmuck zum privaten Online-Verkauf an. Insgesamt acht Mal kassierte sie die Überweisungen der nichtsahnenden Kunden und blieb die Auslieferung der Ware schuldig. Insgesamt bereicherte sie sich so um 1115 Euro.

Im Sitzungssaal wirkte die junge Angeklagte verzagt und schüchtern. Der Verteidiger versuchte, die Motive der Frau zu erklären: „Sie weiß nicht, warum sie das getan hat. Seitens ihres Psychologen ist ihr eine Borderline-Störung attestiert worden.“ Nach einem mehrmonatigen stationären Aufenthalt in der Psychiatrie befindet sich die Angeklagte heute in ambulanter psychologischer Behandlung.

Eine Schadenswiedergutmachung ist bisher nicht erfolgt, da die Betrügerin bis dato über keine eigenen Einkünfte verfügt. Im Laufe des Prozesses wurde deutlich, dass sie nach dem Rauswurf aus der mütterlichen Wohnung durchaus auf die Einkünfte aus den Betrügereien angewiesen war.

In Bälde will sie jedoch eine Ausbildung beginnen und sammelte damit Pluspunkte vor Gericht. Raum für eine Geldstrafe sah Richterin Braun dennoch nicht. Die verhängte Bewährungsstrafe bemisst ein Jahr. Zudem soll der Ersatz für die ergaunerten 1115 Euro eingezogen werden, sobald die Angeklagte selbst Geld verdient.  nh

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