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Gestern vor 75 Jahren wurde die Gilchingerin Juliana Meier im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. In Gilching erinnert ein kleiner Weg an die Gilchingerin. Auch wenn der Name nicht ganz korrekt geschrieben ist.

Straßennamen

Gedenken an eine  junge Gilchingerin

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Juliana Meier wurde 1944 in Auschwitz ermordet. In Gilching erinnert ein Weg an sie.

Gilching – Ihr Leben war kurz: Am 7. Februar war es 75 Jahre her, dass die Gilchingerin Juliana Meier im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Sie war erst 33 Jahre alt. Zumindest offiziell ist über die junge Frau nicht viel bekannt. Martin Pilgram von Pax Christi hält die Erinnerung an sie wach.

Juliana und nicht Juliane: In Gilching erinnert ein Straßenschild mit Schreibfehler an die Gilchingerin. „Dem Grund dafür bin ich nicht nachgegangen“, erklärt Pilgram, der im Gilchinger Gemeinderat für die Grünen am Ratstisch sitzt. Tatsache sei jedoch, dass in der Todesurkunde, die wohl im Haus der Familie in Gräfelfing gefunden wurde, der Name Juliana steht.

Juliana Meier wurde am 24. Januar 1911 in Gilching in der Waldkolonie geboren – als fünftes von sieben Kindern. Was man weiß, ist, dass sie in München in einer Wirtschaft arbeitete, keine Jüdin war und auch nicht dem Widerstand angehörte. „Da kann man nur mutmaßen, warum sie nach Auschwitz kam“, sagt Pilgram. Vielleicht hatte es sich die junge Frau mit einflussreichen Nazi-Größen verscherzt

Anlässlich des 100. Geburtstags im Jahr 2011 versuchte er auch über den Starnberger Merkur, mehr über Juliana Meier zu erfahren. „Es haben sich daraufhin einige Menschen und auch noch in Gilching lebende Verwandte bei mir gemeldet“, sagt Pilgram. Vieles von dem, was er erfahren habe, sei allerdings nicht offiziell, „das unterliegt dem Persönlichkeitsschutz“. Im Dunklen blieb jedoch auch nach seinen Recherchen, warum Juliana Meier im Spätherbst 1941 von der Gestapo verhaftet wurde und was in den folgenden knapp zwei Jahren mit ihr geschah. Sicher ist wohl nur: Am 7. Februar 1944 kam Juliana Meier schließlich im Vernichtungslager Auschwitz um. Angebliche Todesursache: „Allgemeine Körperschwäche“.

Der Weg nahe des Gilchinger Kletterzentrums ist seit mindestens 15 Jahren nach der Gilchingerin benannt, erinnert sich Bürgermeister Manfred Walter. Sie sei wohl die einzige Bürgerin der Gemeinde, „von der wir wissen, dass sie in Auschwitz ermordet wurde“. Von Anfragen wegen des falschen Buchstabens wisse er nichts. So oder so: Martin Pilgram hat auch in diesem Jahr in Gedenken an die Frau eine weiße Rose an das Schild gesteckt, wie er es schon seit vielen Jahren macht.    

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