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Gemeindefinanzen

Geldregen für Gilching

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Die Gemeinde Gilching nimmt heuer fünf Millionen Euro mehr Steuern ein als ursprünglich geplant. Eine Summe, die bei dem ambitionierten Investitionsprogramm gerade recht kommt.

Gilching – Als „Einstimmung auf den neuen Haushalt“ wollte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter die Sitzung des Finanz- und Personalausschusses am Montagabend verstanden wissen. Eine Einstimmung, die geglückt sein dürfte. Denn die Zahlen, die Kämmerin Christina Kaelcke-Gröger vorlegte, waren nach ihren Worten „sehr erfreulich“: Gewerbe- und Einkommensteuer sprudeln heuer in Gilching so stark, dass fünf Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant in den Gemeindehaushalt fließen. Insgesamt wird die Gemeinde damit knapp 33 Millionen Euro Gewerbe- und Einkommensteuer einnehmen.

Aktuell wird das Fünf-Millionen-Plus nicht benötigt. Folge: „Das Geld fließt direkt in die allgemeine Rücklage“, sagte Kaelcke-Gröger. Dieses Sparpolster dürfte Ende des Jahres somit auf knapp 10,2 Millionen Euro angestiegen sein – und sich damit im Jahresvergleich mehr als verdoppelt haben. Und: Erstmals seit dem Jahr 2014 ist die 10-Millionen-Grenze geknackt. „Damals wurde die Rücklage dann massiv geplündert“, sagte die Kämmerin und erinnerte an die Neubauten des Kinderhauses am Frauwiesenweg und des Kinderhorts „Villa Holzwurm“ an der Arnoldus-Grundschule.

Auch im nächsten Jahr wird das Festgeldkonto wieder rapide sinken. Allein für den ersten Bauabschnitt der Westumfahrung sind 8,5 Millionen Euro veranschlagt. Ein Betrag, den die Gemeinde aufgrund der hervorragenden Entwicklung vermutlich ohne Schuldenaufnahme stemmen kann.

Fritz Wauthier (SPD) warnte dennoch vor allzu großer Euphorie. Eine um fünf Millionen Euro falsche Steuerschätzung könne „auch mal in die andere Richtung“ gehen, sagte er. „Die enormen Einnahmen sind sehr erfreulich“, sagte Vizebürgermeister Martin Fink (CSU). Dennoch gebe es Projekte, die die Gemeinde schon lange vor sich herschiebe, etwa die Generalinstandsetzung der Arnoldus-Grundschule. Für die ist auch 2018 kein Geld vorhanden.

Was mehrere Gemeinderäte nachdenklich stimmte, waren die gestiegenen Kosten einiger Projekte. So sind für den Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung Starnberger Weg/Sonnenstraße 700 000 Euro eingeplant. Für Sanierung, Umbau und Erweiterung des alten Schulhauses in Argelsried zum Hort für die James-Krüss-Grundschule werden 4,5 Millionen Euro fällig. „Habe ich da etwas verpennt?“, fragte Matthias Vilsmayer (FW).

Einen Beschluss fassten die Gemeinderäte am Montagabend noch nicht. Anfang Dezember geht es in die Feinabstimmung. Bis dahin sollen auch die Zahlen der Steuerschätzung und die Höhe der Kreisumlage für 2018 bekannt sein. Dann wird aus der „Einstimmung“ Ernst.

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