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Ein 50-jähriger Gilchinger hat sich ohne Fahrerlaubnis und angetrunken an das Steuer seines Autos gesetzt.

Gericht

„Bei Ihnen ist es kurz vor knapp“

Ein 50-jähriger Gilchinger kann es nicht lassen. Obwohl ihm bereits vor gut drei Jahren die Fahrerlaubnis entzogen worden war, setzte sich der Mann Ende April 2019 wieder hinters Steuer.

Gilching – Ein 50-jähriger Gilchinger kann es nicht lassen. Obwohl ihm bereits vor gut drei Jahren die Fahrerlaubnis entzogen worden war, setzte sich der Mann Ende April 2019 wieder hinters Steuer. Mit rund 0,9 Promille Alkohol im Atem geriet er in eine Verkehrskontrolle. Vor dem Starnberger Amtsgericht musste sich der Mann wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten.

Der Gerichtssaal ist für den Familienvater kein Neuland. Seine insgesamt acht Vorstrafen verbüßte der Landschaftsgärtner auch schon zum Teil hinter Gittern. Richter Franz von Hunoltstein kam um ein Kopfschütteln nicht herum: „Ich bin schon ein bisschen ratlos. Sie waren schon im Gefängnis gesessen wegen Straßenverkehrsdelikten. Für Sie geht es um die Frage, ob Sie eingesperrt werden.“ Der Angeklagte gab sich entsprechend reumütig und ließ wissen: „Es tut mir wahnsinnig leid.“

Offenbar gab es am Tatabend Streit mit der Ehefrau. Der 50-Jährige nahm sich an jenem Tag im April „vor Wut“ das Auto, um in die Gilchinger Spielothek zu gelangen. „Ich wollte mich dort vom Stress in der Arbeit ablenken.“ Nach einem Kartenspiel überkam den Angeklagten der Hunger, und er setzte sich erneut ins Auto, um zu einem Gilchinger Fast-Food-Restaurant zu fahren. Als der Gilchinger mitten in Gilching ins Visier einer Streife geriet, hatte er sich bereits zwei bis drei Bier genehmigt.

Im Zeugenstand sagte der 25-jährige Polizist, der den Gilchinger auf der Carl-Benz-Straße stoppte: „Er hat keine Fahrfehler gemacht. Es war Intuition, so ein Gespür.“ Bei der anschließenden Kontrolle stieg den Beamten sogleich die Alkoholfahne in die Nase. Kraft Urteil schrammte der Landschaftsgärtner nur knapp an einer Haftstrafe vorbei. Richter von Hunoltstein setzte die Bewährungsstrafe auf vier Monate fest und fügte ein dreimonatiges Fahrverbot an. Während seiner dreijährigen Bewährungszeit unter Aufsicht eines Bewährungshelfers muss der Gilchinger zudem 120 Sozialstunden ableisten. Zu Gute kamen dem berufstätigen Familienvater nicht zuletzt seine stabilen sozialen Verhältnisse. Dennoch betonte der Amtsrichter: „Reißen Sie sich zusammen, bei ihnen ist es kurz vor knapp. Sie sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das nächste Mal gibt es kein blaues Auge mehr.“

Laut Einschätzung des Gerichts wird sich der 50-jährige Landschaftsgärtner sobald nicht mehr hinters Steuer eine Autos setzen dürfen. „Bei ihrer Vorgeschichte wird es schwierig werden, den Führerschein wiederzubekommen“, stellte Richter von Hunoltstein nach der Urteilsverkündung fest.

nh

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