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Der Standort bei Mischenried: Hinter den hohen Bäumen rechts soll das AWISTA-Dienstleistungszentrum samt Müllumladestation entstehen.

Nach der Standortentscheidung des AWISTA-Verwaltungsrats

Bürgermeister: „Will kein schlechter Verlierer sein“

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Hochstimmung bei der Interessengemeinschaft Hochstadt: Die Bürger haben voller Freude die Entscheidung des AWISTA-Verwaltungsrats aufgenommen, die Müllumladestation zwischen St. Gilgen und Mischenried zu bauen. Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat dagegen „keinen Trumpf mehr im Ärmel“.

Weßling/Gilching – Irgendwann im Mai oder Juni war Gilchings Bürgermeister Manfred Walter klar, dass es schwer werden dürfte, die Müllumladestation des AWISTA auf dem Grundstück An den Gruben zu verhindern. Am 28. Mai verkündete Landrat Karl Roth, dass das Abfallunternehmen die 6,2 Hektar große Fläche nördlich der A 96 gekauft hatte. „Da ist unser Trumpf aus dem Ärmel gefallen“, sagt Walter nun im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Mit dem Kauf hatte der AWISTA sozusagen Chancengleichheit hergestellt, indem er fortan über beide möglichen Grundstücke für sein neues Dienstleistungszentrum verfügte – das An den Gruben und jenes in der Tiefenbrunner Rinne, gegen das sich in Hochstadt bereits massiver Protest formiert hatte. Dass es ausgerechnet ein Gilchinger war, der dem Unternehmen das Grundstücke An den Gruben verkaufte – sei’s drum.

„Wir hatten danach fachlich nichts mehr in der Hand“, sagt Walter. Der folgende Standortvergleich sei „eine sehr gute Alternativprüfung“ gewesen. Das Verfahren sei absolut ordentlich ausgeführt worden, sagt Walter, der ebenso wie seine Amtskollegen Michael Muther (Weßling) und Dr. Brigitte Kössinger (Gauting) dem beratenden Lenkungskreis angehörte.

„Man kann die besseren Argumente nicht wegdiskutieren“, sagt der Gilchinger Rathauschef. „Und ich will auch kein schlechter Verlierer sein.“ Vor allem Umweltaspekte hätten gegen einen Neubau nahe Hochstadt gesprochen. Nun müsse das Ziel sein, dass das Projekt „möglichst wenig Auswirkungen auf St. Gilgen“ hat. Deren Anwohner seien ohnehin schon „multibelastet“, sagt Walter, unter anderem durch die nahe Asphaltmischanlage.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens werde Gilching als Nachbargemeinde seine Interessen vortragen. Von der St. Gilgener Bürgerinitiative für umweltfreundliche Asphaltmischanlagen war am Freitag keine Stellungnahme zu bekommen. Sie sieht den Standort Mischenried kritisch.

Ein paar Kilometer weiter in Hochstadt herrscht dagegen eitel Sonnenschein. „Wir sind natürlich hocherfreut“, sagt Hans Striedinger, 2. Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Hochstadt. „Unser Kampf hat sich ausgezahlt.“

Seitdem die Pläne des AWISTA für einen Neubau in der Tiefenbrunner Rinne Mitte vorigen Jahres öffentlich waren, hatte die IG dagegen mobil gemacht, unter anderem mit Demonstrationen, einer Unterschriftensammlung und einer Petition im Internet. „Wir haben uns sehr viel Mühe gemacht“, sagt Striedinger im Rückblick. „Aber die viele Unterstützung hat uns auch Kraft gegeben.“ 443 Unterschriften und 1175 Unterstützer im Internet zeugten von einer „überwältigenden Resonanz“.

„Die Meinung in Hochstadt war von Anfang an eindeutig“, sagt Striedinger. Vor allem den Trinkwasserschutz hatte die IG immer wieder vorgebracht. „Und wir sollten darauf achten, dass wir nicht immer mehr Flächen verbrauchen“, sagt Striedinger.

Das Abfallwirtschaftsunternehmen will nun so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen machen. Vorstand Peter Wiedemann hat bereits angekündigt, „umgehend“ mit der Gemeinde Weßling die planungsrechtlichen Schritte einzuleiten sowie die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans vorzubereiten.

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