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In der unteren Wohnung soll Einbrecherbande gewohnt haben

Bande will Geldautomat sprengen

Festnahme in Gilching: „Auf einmal stand das SEK im Flur“

In der Nacht zum Mittwoch kam es in einem Mehrfamilienhaus in Gilching zu einem spektakulären SEK-Einsatz. Ein Einwohner erzählt, wie er die Nacht erlebte. 

Gilching – Die Wohnungstür ist noch immer versiegelt. Ansonsten erinnert in dem Mehrfamilienhaus am Herrschinger Weg in Gilching nichts mehr an den spektakulären Einsatz der Polizei, der sich dort in der Nacht zum Mittwoch abgespielt hat – und der nach wie vor Gesprächsthema im Ort ist. Wie berichtet, hatte die Polizei in der Erdgeschosswohnung drei mutmaßliche Komplizen der Männer festgenommen, die in Germering einen Bankautomaten sprengen wollten. Ein Nachbar hat den Einsatz am Herrschinger Weg mitbekommen. „Ich bin gegen 3 Uhr in der Früh wach geworden, weil ich Türen schlagen und Stimmen gehört habe“, erzählt der 76-Jährige im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Der Rentner schaute durch den Türspion – und sah im Hausflur Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei. „Die waren vermummt mit Helm und Gesichtsmaske, trugen Schutzwesten und hatten Schusswaffen in der Hand“, berichtet der Nachbar. Als er seine Wohnungstür kurz öffnete, hätten ihm die Beamten sofort zu verstehen gegeben, dass er sie wieder schließen möge. „Und sie haben mir gesagt, ich solle die Wohnung nicht verlassen.“ Der Mann bekam noch mit, wie die Einsatzkräfte drei Personen in Handschellen abführten, dann wurde es wieder ruhig in dem Haus. Auch Notarzt und Krankenwagen rückten ab. Dafür übernahmen Kripo und Spurensicherung.

Drei Personen wurden festgenommen

Von den drei Festgenommenen – zwei Frauen im Alter von 17 und 19 Jahren sowie ein 47 Jahre alter Mann – hatte der Nachbar in den Tagen zuvor so gut wie nichts mitbekommen. Es sei nur aufgefallen, dass sich überhaupt jemand in den Räumlichkeiten aufgehalten habe. Seit einem Eigentümerwechsel vor etwa einem halben Jahr sei die Wohnung nämlich die meiste Zeit leer gestanden. Mittlerweile wird die Erdgeschosswohnung über das Internet als Ferienwohnung für bis zu sechs Personen angeboten. Am Dienstag habe er noch gehört, wie jemand in der Nachbarwohnung auf dem Klavier „herum geklimpert“ habe, erinnert sich der Nachbar.

Die Polizei geht davon aus, dass die Bankräuber die Räume in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Gilching-Argelsried als Stützpunkt nutzten. Wie lange sie sich dort aufhielten, will das Polizeipräsidium in München unter Verweis auf einen nach wie vor flüchtigen Täter nicht sagen. Die drei in Gilching Festgenommenen sollen aber „an der Logistik und im Ausspähen von Banken“ beteiligt gewesen sein. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Von der Aktion in Germering, bei der die Polizei 29 Schüsse abgab, hat der 76-Jährige übrigens erst im Laufe des Mittwoch von einem Bekannten erfahren.  

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