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Überzeugt, das die Funkzähler eine gute Sache sind: Albert Pfannes vom Wasserwerk in Gilching. 

Diskussion um Wasserzähler

Funkzähler-Einbau geht weiter

Die Gemeinde Gilching setzt weiter auf Funkzähler. Aber sie will besser darüber informieren. 

Gilching – In der Gemeinde Gilching sind mittlerweile rund 1200 elektronische Wasserzähler im Einsatz. Lediglich fünf Wohnungseigentümer hätten gegen den Einbau Widerspruch eingelegt, erklärte Albert Pfannes, technischer Leiter des Wasserwerkes, in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend, in der er die Vorteile des Funkzählers aus Sicht der Verwaltung erläuterte.

Die Diskussion um Schwachstellen der neuen Wasserzähler hatte Jakob Strohmeier ins Rollen gebracht. Wie berichtet, stellte er auf der Bürgerversammlung in Geisenbrunn den Antrag, den Einbau sofort zu stoppen und Auskunft über offene Fragen zu den Geräten zu geben. Unter anderem lagen ihm der Datenschutz sowie das Widerspruchsrecht am Herzen, was er in der Sitzung am Dienstag nochmals ausführlich erklärte. So würden die Zähler alle 16 Sekunden Daten über den Wasserverbrauch senden, so dass sich jeder geschickte Hacker Zugang dazu verschaffen könne. Er monierte außerdem, dass der Zähler selbst Daten speichere und niemand wisse, was damit passiere. Er findet auch, dass die Bürger zu wenig über das Widerspruchsrecht aufgeklärt worden seien.

Dass die digitale Welt nicht leicht zu erklären ist, wurde im Laufe der Diskussion deutlich. Albert Pfannes vom Wasserwerk versuchte es dennoch. Zwar senden die Funkzähler tatsächlich alle 16 Sekunden Signale nach außen. Doch nicht um „Datenpakete“ zu verschicken, sondern lediglich, um eine passende Gegenstelle zu suchen. Dies seien ausschließlich Mitarbeiter des Wasserwerks, die per streng gesichertem Code einmal im Jahr Kontakt zu den jeweiligen Zählern aufnehmen und so den Wasserverbrauch der jeweiligen Haushalte ablesen können.

„Wir müssen nicht mehr in die Häuser gehen. Außerdem sind die Funkzähler auch in Bezug auf das Trinkwasser sicherer“, betonte Pfannes. Die alten Zähler nämlich müssten alle sechs Jahre ausgetauscht werden. Dabei komme der Handwerker mit dem darin stehenden Wasser in Kontakt. „Es besteht Gefahr, dass Schmutz reinkommt. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Pfannes. Im Übrigen sei die alte Methode nicht nur sehr zeit-, sondern auch personalaufwändig. „Wir müssten das Wasserwerk um einen Mitarbeiter zusätzlich aufstocken.“

Unterstützung bekam Pfannes unter anderem von CSU-Gemeinderätin Dorothea Heutelbach. Sie stellte fest: „Wir sind längst im digitalen Zeitalter angekommen. Die meisten Kinder haben beispielsweise Handys, die dauernd Daten senden. Die Zähler aber sind im Keller verbaut, so dass auch die Strahlenbelastung im Rahmen bleibt.“ Die Gemeinderäte beschlossen letztendlich, die Satzung entsprechend Datenschutz und Widerspruchsrecht auf den neuesten Stand zu bringen und zudem zu versuchen, das Prozedere auf der Internetseite der Gemeinde darzustellen. Bürgermeister Manfred Walter regte an, ein Infoblatt auszuarbeiten, in dem alle Bürger über das „unbegrenzte Widerspruchsrecht“ informiert werden.

Uli Singer

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