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Markus Schwaiger an der Orgel in der Pfarrkirche St. Sebastian in Gilching. Das Foto entstand im März 2018, kurz vor der Uraufführung von Schwaigers erster Symphonie. Nun ist der Vater von vier Töchter im Alter von 53 Jahren verstorben. 

Vater von vier Töchtern stirbt im Alter von nur 53 Jahren - Pfarrer: „Ich habe die Arbeit mit ihm immer genossen“

Große Trauer um Kirchenmusiker Markus Schwaiger

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Der Kirchenmusiker der katholischen Gemeinde St. Sebastian Gilching ist tot. Markus Schwaiger wurde nur 53 Jahre alt. Pfarrer Franz von Lüninck erinnert an einen Fachmann, mit dem er sehr gerne zusammengearbeitet hat.

Gilching – Die katholische Kirchengemeinde St. Sebastian Gilching steht unter Schock. In der Nacht zum Dienstag ist Kirchenmusiker Markus Schwaiger verstorben – plötzlich, unerwartet und mit 53 Jahren viel zu früh. Pfarrer Franz von Lüninck berichtet von einem „Multiorganversagen, das von einer Vorerkrankung ausgelöst wurde“.

22 Jahre lang war Schwaiger Kirchenmusiker in St. Sebastian – und damit länger im Amt als jeder Pfarrer, mit dem er zusammenarbeitete. Franz von Lüninck schätzte die Arbeit mit ihm sehr. „Ich habe das immer sehr genossen“, sagt er. Es sei fantastisch gewesen, wenn Schwaiger in die Tasten gegriffen habe – und beeindruckend, wie er den 40 bis 50 Mitglieder starken Kirchenchor dirigiert habe. Dabei habe sich Schwaiger selbst immer zurückgenommen und das getan, was einen guten Kirchenmusiker ausmache: „Er hat die Liturgie den Star sein lassen.“ Zudem habe er über das Gespür verfügt, während des Gottesdienstes zu wissen, was musikalisch das Richtige ist. Von Lüninck: „Er hat nach der Predigt sogar Lieder gefunden, die super dazu gepasst haben.“

Der Pfarrer und der Kirchenmusiker verstanden sich auch ohne viele Worte, Lüninck schätzte zudem „den pfiffigen Humor“ Schwaigers. „Wir haben uns gegenseitig unsere Freiräume gelassen“, sagt er. Schwaiger selbst hatte sich im März 2018 in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur für die starke Unterstützung der Kirchengemeinde bedankt. Das war wenige Tage vor der Uraufführung seiner ersten Symphonie. „Ave, maris stella“ („Sei gegrüßt, Stern des Meeres“) lautete der Titel des 30-minütigen Stückes für Orchester und Chor, in der Schwaigers ganze Schaffenskraft steckte. Es war ein Höhepunkt seines musikalischen Lebens, das bereits früh begonnen hatte.

Sein Vater war Schulrektor und leitete den Kirchenchor. Mit acht Jahren begann der in Bernau am Chiemsee geborene Markus Schwaiger mit dem Klavierunterricht. Er studierte in München und Salzburg und war trotz seiner Liebe zur Kirchenmusik auch offen für andere Strömungen der Musik, über Klassik, Jazz und Pop bis Heavy Metal – „weil die doppelte Basstrommel mitten ins Herz geht“, wie er sagte. Das hat nun für immer aufgehört zu schlagen. Schwaiger hinterlässt vier Töchter, auf die er sehr stolz war. Wann und wo Requiem und Beisetzung stattfinden, ist noch offen. 

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