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Hausmeister Michael Grellner zeigt die Stelle: Durch dieses Dachfenster ist der Einbrecher am Abend des vierten Advent ins Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching eingestiegen.

Großaufgebot der Polizei samt Hubschrauber im Einsatz

Hausmeister überrascht Einbrecher am CPG: „Vorsicht, da könnte noch einer drin sein“

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Hausmeister Michael Grellner hat am Sonntagabend im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching einen Einbrecher überrascht. Der bislang unbekannter Täter flüchtete. Eine nächtliche Großfahndung der Polizei, an der auch ein Hubschrauber beteiligt war, brachte keinen Erfolg.

Update vom 25. Dezember 2019: Wach werden, raus aus dem Bett, Klamotten anziehen, Schlüssel und Taschenlampe nehmen und zur Schule rennen: Keine zwei Minuten hat Michael Grellner dafür am Sonntagabend gebraucht. Der 60-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren Hausmeister am Christoph-Probst-Gymnasium (CPG) in Gilching. Und als um kurz vor halb zwölf der Alarm an „seiner“ Schule losging, zögerte er keine Sekunde. Es folgten Minuten wie aus einem TV-Krimi.

Nachdem Grellner die paar Meter von seiner Dienstwohnung zum Haupteingang des Schulgebäudes an der Talhofstraße gerannt war, heulte die Alarmanlage noch. Im Erdgeschoss sowie im ersten Stock brannte Licht. Die Beleuchtung dort geht nur durch das Auslösen eines Bewegungsmelders an. „Das Licht hat mir gesagt: Vorsicht, da könnte noch einer drin sein“, erzählt Grellner im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Hausmeister überrascht Einbrecher am CPG in Gilching

Während seine Frau Helga sofort den privaten Sicherheitsdienst alarmierte, schloss Grellner die Schule auf und ging ins Gebäude. „Vorsichtig“, wie er sagt. Der 60-Jährige war früher mal Boxer, kennt sich mit brenzligen Situationen aus und betont: „Ich halte mir immer einen Rückzug frei. Ich bringe nicht mein Leib und Leben in Gefahr.“

Nun ging er zu der Stelle, wo der Alarm ausgelöst hatte: gegenüber dem Sekretariat im ersten Stock. Das wusste der Hausmeister, weil die Anlage des CPG entsprechende Informationen anzeigt. Grellner stieg die Treppe zum zweiten Stock hoch, als auch dort das Licht anging. „Da dachte ich mir: Oje, jetzt wird’s brenzlig.“ Zudem entdeckte er am Boden herumliegende Schrauben – und daneben einen nassen Schuhabdruck. „Dann habe ich nach oben geschaut und gesehen, dass die Dachluke aufgerissen war.“

Polizei umstellt Gymnasium in Gilching - Polizeihubschrauber im Einsatz

Das Fenster ist mit einem Motor ausgestattet, um es von innen öffnen zu können. Der Täter muss es mit brachialer Gewalt aufgebrochen haben. Auch deswegen glaubt Grellner: „Das war ein Profi.“ Und er schätzt ihn sportlich und kräftig ein.

Für den Hausmeister wurde die Situation nun unangenehm: „Man weiß ja nicht, ob der bewaffnet ist“, sagt er. Also ging er auf Nummer sicher, verließ das Gebäude und ging zu seiner davor wartenden Frau. Sie riefen die Polizei, die wenig später mit einem Großaufgebot an der Talhofstraße war. In der Zwischenzeit traute sich Grellner noch mal kurz ins Gebäude und hörte ein Knacken. Das war’s.

Hausmeister des CPG lobt die Einsatzkräfte

„Die Einsatzörtlichkeit wurde umgehend in allen Himmelsrichtungen umstellt“, berichtet der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Germering, Andreas Ruch. Insgesamt waren zwölf Einsatzkräfte vor Ort. Zur Unterstützung forderten die Beamten zudem einen Polizeihubschrauber an, der das Dach des Schulkomplexes ausleuchtete. Anschließend durchsuchten ein Hundeführer der Polizei, Streifenbeamte und Hausmeister Grellner das Gymnasium – ohne jedoch den Einbrecher zu finden. „Die Absuche verlief zwar negativ, aber sie erbrachte immerhin die Gewissheit, dass der Einbrecher keinerlei Türen im Gebäude aufgebrochen und in der Folge auch keine Gegenstände gestohlen hatte“, sagt Ruch. „Die Polizei war schnell da und hat strategisch alles richtig gemacht“, zollt Grellner den Beamten ein großes Lob.

Der Einbruch weist eine verblüffende Ähnlichkeit zu einer Tat von vor sieben Jahren auf. In der Heiligen Nacht 2012 war das CPG schon einmal Ziel von Einbrechern. Damals hatten sich die Täter durch ein Fenster an der Feuertreppe Zutritt verschafft und wollten offenbar zum neu eingerichteten Computerraum. Auch damals eilte Michael Grellner hin und konnte sie überraschen. „Ich habe noch gesehen, wie ein weißer Transporter ohne Licht wegfuhr. Die waren zu viert.“ Einige Jahre davor hatte der Hausmeister im Erdgeschoss einem Einbrecher Aug’ in Aug’ gegenübergestanden. Auch dieser ergriff die Flucht.

Nach Einbruch am CPG in Gilching: Polizei sucht Zeugen

Jetzt hofft Grellner auf ruhige Weihnachten. Und wenn doch wieder jemand versuchen sollte, ins CPG einzubrechen: Der Hausmeister dürfte wieder zur Stelle sein.

Hinweise zum aktuellen Fall nimmt die Polizei Germering unter Telefon (089) 8 94 15 70 entgegen.

Gilching – Es war wie in einem TV-Krimi: Am Sonntag gegen 23.30 Uhr wurde der Hausmeister des Christoph-Probst-Gymnasiums in Gilching aufgeschreckt, weil der Alarm an der Schule losgegangen war. Als er kurz darauf am Haupteingang des Gebäudes an der Talhofstraße stand, sah er, dass im Erdgeschoss sowie im Flur des ersten Stockwerks Licht brannte. Die Beleuchtung geht dort nur durch das Auslösen eines Bewegungsmelders an. Nun wollte es der 60-Jährige wissen, was in der Schule los ist.

„Der unerschrockene Zeuge entschärfte die Alarmanlage und betrat im Anschluss das Schulgebäude“, berichtet Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Germering. Im Treppenhaus zum ersten Stock lagen mehrere Schrauben am Boden. Beim Blick nach oben wurde dem Hausmeister schnell klar: Jemand hatte ein Dachfenster des CPG gewaltsam geöffnet. Am Boden entdeckte der Hausmeister zudem eine nasse Fußspur. Unmittelbar danach hört er Schritte im Schulgebäude.

Nun machte der Hausmeister das einzig Richtige: Er verließ sofort das Gebäude und verständigte die Polizei. Schließlich musste er davon ausgehen, dass sich der Einbrecher zu dem Zeitpunkt noch in der Schule befand.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis die erste Polizeistreife an der Talhofstraße eintraf. „Die Einsatzörtlichkeit wurde umgehend durch ein Großaufgebot von verständigten Streifen in allen Himmelsrichtungen umstellt“, berichtet Ruch. Zur Unterstützung forderten die Beamten zudem einen Polizeihubschrauber an, der das Dach des Schulkomplexes ausleuchtete. Anschließend durchsuchten ein ebenfalls angeforderter Hundeführer der Polizei, Streifenbeamte aus Germering und der Hausmeister das Gymnasium.

„Die Absuche verlief zwar negativ, aber sie erbrachte immerhin die Gewissheit, dass der Einbrecher keinerlei Türen im Gebäude aufgebrochen und in der Folge auch keine Gegenstände gestohlen hatte“, zieht Ruch Bilanz. Auch die Suche im Umkreis um die Schule brachte keinen Erfolg. Der Unbekannte war verschwunden. Wer Hinweise auf den Täter geben kann, wird gebeten, sich mit der Polizeiinspektion in Germering unter z (089) 8 94 15 70 in Verbindung zu setzen.

Der Einbruch vom vierten Advent weist eine verblüffende Ähnlichkeit zu einer Tat von vor sieben Jahren auf. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2012 war das CPG schon einmal Ziel eines Einbrechers. Damals hatte sich der Täter durch das Fenster an der Feuertreppe Zutritt zu dem Gebäude verschafft. Auch damals wurde durch einen Bewegungsmelder Alarm ausgelöst. Auch damals konnte der Unbekannte entkommen – seinerzeit durch dasselbe Fenster, durch das er eingestiegen war. Und auch damals wurde in der Schule nichts beschädigt und auch nichts gestohlen. Der Hausmeister konnte sich noch genau an den Fall erinnern – er war bereits damals am CPG beschäftigt.

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