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Der Kreisel am Gewerbegebiet Gilching Süd , hier aus Richtung Starnberg, ist jetzt schon ein Nadelöhr. Anlieger hoffen auf eine Verbesserung der Situation. 

Verkehr in Gilching

Das lange Warten auf Entlastung

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Der Kreisel am Gewerbegebiet-Süd in Gilching ist der Verkehrsbelastung längst nicht mehr gewachsen. Besserung ist nicht in Sicht. 

Gilching – Es war „eine sehr große Bitte“, die Nicolas Freiherr von Wolff vor einer Woche äußerte. „Bitte erweitern Sie den Kreisel so, dass nicht jeder jeden Morgen im Stau steht“, sagte der Geschäftsführer des Laserspezialisten pro-beam anlässlich des nächsten Baubeginns im Gilchinger Gewerbegebiet Süd. Seine Adressaten waren Bürgermeister, Landrat, Bundes- und Landtagsabgeordnete – letzten Endes aber vor allem das Staatliche Bauamt, in dessen Zuständigkeit die Staatsstraße zwischen Gilching und Starnberg fällt. Hoffnung auf eine schnelle Besserung der Verkehrssituation können die zuständigen Fachleute dort aber nicht machen, wie eine Nachfrage des Starnberger Merkur ergeben hat.

Der Kreisel ist vor allem im Berufsverkehr ein Nadelöhr. Der Verkehrsplaner Professor Harald Kurzak war bereits nach einer Verkehrszählung im März 2017 zu dem Schluss gekommen, dass der Kreisel an seiner Leistungsgrenze angelangt ist. Südlich des Kreisels waren demnach 20 400 Fahrzeuge am Tag unterwegs, nördlich des Kreisels 24 000. Die Dornierstraße hatte eine Belastung von 8300 Fahrzeugen täglich. Die morgendliche Spitzenbelastung lag bei 865 Fahrzeugen pro Stunde in Richtung Starnberg, die abendliche bei 919 Fahrzeugen pro Stunde in Richtung Gilching.

Rund 3000 Arbeitsplätze sind im Gewerbegebiet Süd in den vergangenen zwanzig Jahren entstanden, dazu kommen mit Aldi, Müller und Toom drei große Verbrauchermärkte. Beim Staatlichen Bauamt ist das Problem bekannt. „Als der Kreisel 2009/10 gebaut wurde, war er bestimmt ausreichend“, sagt Jacob Eberle von der Behörde. Mittlerweile habe er aber seine Leistungsfähigkeit erreicht. „Das Gewerbegebiet wächst, nicht aber der Kreisel.“

Die große Unbekannte bei allen Überlegungen, daran etwas zu ändern, sind die Planungen der Gemeinde Gauting für das Gewerbegebiet Asto-Ecopark im Unterbrunner Holz. Seit Jahren arbeitet die Gemeinde daran, zuletzt wurden die Widerstände vor allem von Seiten Gilchings immer größer. Ob das Gewerbegebiet in der bisher geplanten Form kommt, steht in den Sternen. Fest steht aber: Die Erschließung würde genau über den jetzt schon angespannten Knotenpunkt führen – ganz gleich, wie die Gewerbeflächen einmal ausschauen werden.

„Wir wissen momentan nicht, wie sich diese Planungen weiterentwickeln“, sagt Eberle, für den aber bereits feststeht: „Wenn Gauting kommen sollte, brauchen wir eine ganz andere Lösung.“ Ob das ein größerer Kreisel wäre oder eine Ampelkreuzung – für solche Überlegungen sei es jetzt noch zu früh. Was die Straßenbauexperten in Weilheim auch noch nicht wissen: Wie wird sich der Verkehr auf der erst Anfang Mai freigegebenen Verbindungsstraße zwischen dem Gewerbegebiet Süd und den Gewerbeflächen am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen entwickeln? Mit dem Landratsamt sei die Behörde im Gespräch, sagt Eberle, dämpft aber gleichzeitig die Hoffnungen: „Momentan gibt es nichts Greifbares.“

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