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Fanden durch die Städtepartnerschaft ihr Glück: Christine und Bernd Scheuer. 

30 Jahre Städtepartnerschaft 

Liebe dank Gemeinde-Partnerschaft: „Es hat sofort gefunkt“

Seit 30 Jahren verbindet die Gemeinde Gilching und Cecina eine rege Partnerschaft. Das wird am kommenden Wochenende mit einem Festakt und der Festa Italiana gefeiert. Für Christine und Bernd Schauer hat die Verbindung zwischen dem oberbayerischen Gilching und dem toskanischen Cecina eine ganz besondere Bedeutung – die beiden sind sozusagen das Liebespaar der Partnerschaft.

Gilching – „Es hat sofort gefunkt, wir haben uns ineinander verliebt“, erzählt Bernd Schauer, seit 47 Jahren Mitarbeiter der Gemeinde Gilching. Mittlerweile sind der 60-jährige Oberbayer und die gleichaltrige Italienerin 27 Jahre verheiratet. Die Städtepartnerschaft veränderte ihr ganzes Leben.

Es war im Juli 1989, als Bernd Schauer, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung und Sicherheit, im Gefolge des damaligen Bürgermeisters Heinrich Will nach Cecina fuhr, um bei der offiziellen Besiegelung der Partnerschaft mit dabei zu sein. Mit im Team war Brigitte Schicht vom Bauamt Gilching. Sie hatte sich in Cecina mit Christine Barin angefreundet. „Irgendwann hatte Frau Schicht keine Zeit und bat, mich um Christine zu kümmern“, erinnert sich Bernd Schauer. „Es hat sofort gefunkt.“ Am Anfang aber hätten beide noch gedacht, die Liebe habe wegen der Entfernung keine Chance. „Eine Zukunft für uns gab es nur, wenn Christine, die in Cecina als Deutschlehrerin arbeitete, auch im Landkreis Starnberg eine Stelle finden würde.“

Sozusagen als Liebesgott Amor betätigte sich seinerzeit der rührige Rathauschef Will. Auf seine Empfehlung hinbekam Christine eine Stelle als Erzieherin im Landschulheim Kempfenhausen. Der Hochzeit, die 1992 im Freizeitheim Geisenbrunn im Beisein aller Familienmitglieder aus Cecina und Gilching gefeiert wurde, stand nichts mehr im Wege. Bernd Schauer aber wurde von Will als federführender Organisator der deutsch-italienischen Festivitäten verpflichtet.

Die Schauers heute.

Und wie ist es der Italienerin in Bayern ergangen? „Für mich war es eine große Umstellung. Die Kälte in Deutschland, damals war es noch wesentlich kälter als heute, machte mir am meisten zu schaffen“, erinnert sich Christine Schauer. Doch sie hielt durch. 1993 kam Tochter Jessica zur Welt. Es hätte alles wunderbar weitergehen können, wäre Christine nicht 1999 an Leukämie erkrankt. Ein passender Knochenmarkspender musste gefunden werden. Unter Federführung von Dr. Adelheid Dörmer startete ein bisher nicht da gewesener Spendenmarathon. Ganz Gilching war auf den Beinen. Die Schirmherrschaft übernahm Eure königliche Hoheit Luitpold Prinz von Bayern, der Gilchinger Fußballprofi Markus Babbel steuerte für eine Versteigerung ein Bayern-Trikot bei. „Die Blut- und auch finanziellen Spenden gingen an den Verein Knochenmarktspende, der die Typisierung übernommen hatte. Unser großes Glück war, dass für Christine tatsächlich eine passende Blutgruppe gefunden wurde. Es dauerte aber noch rund sechs Jahre, bis wir aufatmen und hoffen konnten, dass die Krankheit besiegt war“, erzählt Bernd Schauer.

Und wie sieht es heute aus? „Ich bin hier zuhause, besuche aber regelmäßig meine Heimat in Italien“, sagt Christine. Im Übrigen ist sie seit vielen Jahren in der Mittagsbetreuung der Gemeinde Weßling im Einsatz. Tochter Jessica macht mittlerweile Karriere als Regieassistentin am Staatstheater in Braunschweig. Keine Frage, dass am Wochenende mitgefeiert wird, schließlich sind beide Schauers in die Organisation eingebunden. Ein wahrlich glücklicher Geburtstag einer deutsch-italienischen Partnerschaft.

Das Programm: 

Vom morgigen Freitag, 12. Juli, bis Sonntag, 14. Juli, wird auf dem Gilchinger Marktplatz die 30 Jahre währende Partnerschaft Gilching-Cecina gefeiert. Los geht’s am Freitag um 16 Uhr. An zahlreichen Ständen gibt es unter anderem italienische und internationale Spezialitäten. Am Samstag beginnt das Marktreiben bereits um 12 Uhr, am Sonntag geht’s schon um 11 Uhr los. Freitagabend ist Bruno Renzi mit seiner Band zu Gast. Samstagnachmittag sorgen Aufführungen der Tanzschule Nothaft für Stimmung, abends spielt die Band „Musica Ribelle“. Für weitere Höhepunkte sorgen Auftritte der Banda di Cecina Filarmonica am Samstag (17.30 Uhr) und auch am Sonntag ab 11 Uhr zum Frühschoppen. Die Gilchinger Blaskapelle und der Spielmann- und Fanfarenzug Edelweiß dürfen natürlich nicht fehlen. Am Sonntagabend lassen Cecilia Gagliardi und Oliver Kübrich das Fest mit einer Italienreise zum Mitsingen ausklingen. Für geladene Gäste findet am Freitagabend im Rathaus zudem eine Feierstunde statt.

Uli Singer

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