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Da ist die Freude groß: Die Initiatoren nahmen die Aus zeichnung als Fairtrade-Schule entgegen.

Fairtrade

Mit 5400 Tassen Kaffee zur Fairtrade-Schule

Das Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasium hat die offizielle Auszeichnung als „Fairtrade-Schule“ erhalten. 

Gilching – 5400 Tassen fairen Kaffe tranken die Lehrer des Christoph-Probst-Gymnasiums in Gilching im vergangenen Schuljahr. 300 Tafeln faire Schokolade verkauften die Schüler bei Schulveranstaltungen. Und 500 Euro gab die Mensa für faire Produkte aus. Allein diese Zahlen zeigen: Das Gymnasium ist eine Fairtrade-Schule. Am Donnerstag erhielt das CPG die Auszeichnung offiziell. Jetzt gibt es für Schüler und Lehrer nur noch Produkte von fair entlohnten Arbeitern, und das Gymnasium versucht, den fairen Handel so gut wie möglich zu unterstützen.

„Die Idee, eine Fairtrade-Schule zu werden, kam nicht aus dem Nichts. Sie hatte eine lange Vorgeschichte“, sagte Religionslehrerin Barbara Pollok. Diese Geschichte begann 1996 mit Lehrerin Walburga Guess: „Ich wollte wissen, wer bereit ist, nur noch fairen Kaffee zu trinken, und habe dafür eine Unterschriftenaktion im Lehrerzimmer gestartet“, erzählte sie.

Diese Kaffeeaktion war ein Startsignal, welches vor wenigen Jahren von der damaligen Schülerin Franziska Werner wieder aufgegriffen wurde. Sie hatte von der Kampagne „Fairtrade-Schulen“ gehört und Schulleiter Peter Meyer direkt darauf angesprochen. Diese Kampagne gibt es schon seit 2012. Bisher 648 Schulen hat sie bundesweit mit dem Siegel „Fairtrade-Schule“ ausgezeichnet.

Um Fairtrade-Schule zu werden, muss es zunächst ein Schulteam geben, welches Projekte zum fairen Handel plant. „Im Februar dieses Jahres hatten wir unser Gründungstreffen. 47 Schüler kamen, das Klassenzimmer platzte aus allen Nähten“, berichtete Katharina Heiss. Sie unterrichtet Biologie und Chemie und teilt sich mit Kollegin Barbara Pollok die Leitung dieses Schulteams.

Als zweite Voraussetzung gilt ein realistischer Plan für Aktionen, bei denen sich der Fairtrade-Gedanke ausleben lässt. Auch da hatten die Schüler reichlich Ideen. „Es gab eine Osterhasenaktion zu Ostern, bei der 233 faire Schokoosterhasen verkauft wurden, bei Elternabenden und Schulfesten haben wir einen Fairtrade-Stand aufgebaut und ein Quiz zu diesem Thema durchgeführt. Mittlerweile spielen unsere Schüler mit etwa zehn Fairtrade-Fußbällen“, zählte Pollok auf. Mit der Durchführung der Aktivitäten hatte das CPG bereits das nächste Kriterium in der Tasche. Die Schüler stellten sowohl den Snackkiosk als auch die Mensa auf faire Produkte um. Außerdem integrierten die Lehrer das Thema Fairtrade in den Unterricht.

„Im Juli hatten wir alle Kriterien beisammen und haben unsere Bewerbung eingereicht“, sagte Pollok bei der Auszeichnungsfeier. Das bestätigte Ina Schicker. Sie ist eine Vertreterin der „Fairtrade-School“-Kampagne und hatte die Ehre, den Schülern offiziell die Urkunde zu übergeben. Zusätzlich händigte sie ein Schild aus, welches die Schule künftig gut sichtbar aufhängt: Wir sind eine Fairtrade-Schule. In zwei Jahren will Schicker wieder vorbeischauen und prüfen, ob das Engagement der Schule noch immer vorhanden ist, und dann die Bezeichnung „Fairtrade-Schule“ erneuern.

„Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für erste Schritte, aber es werden noch viele weitere folgen“, versprach Schulleiter Peter Meyer bei der Feier am Mittwoch. Die Gemeinde Gilching hat sich übrigens für die Auszeichnung „Fairtrade-Gemeinde“ beworben. Und das Landratsamt Starnberg wird im November ebenfalls mit einem „Fairtrade-Zertifikat“ ausgezeichnet.  

val

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