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Spielt mit der Band: Lehrer Dr. Christoph Hahn. 

Rockkonzert

Mit Punk und Lindenberg gegen Rechts

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Um ein Zeichen zu setzen, organisiert das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching ein Rockkonzert gegen Rechts.

Gilching – Die Idee geisterte schon seit Schuljahresbeginn durch die Räumlichkeiten des Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums (CPG). 2019 wäre der 1943 von den Nazis ermordete Namenspatron der Schule 100 Jahre alt geworden. Um den Widerstandskämpfer zu ehren, gab es schon vergangenes Jahr mehrere Aktionen am CPG. Doch nun hat Dr. Christoph Hahn, Lehrer für Biologie und Physik und Leiter der Schulband, ein Benefizkonzert unter dem Titel „Rock gegen Rechts“ organisiert.

Mit dem Erlös – der Eintritt ist auf Spendenbasis – will die Schule den Verein Exit-Deutschland unterstützen. Das Exit-Programm hilft Personen, die der rechtsextremen Szene den Rücken kehren wollen, beim Ausstieg. Bereits vor zwei Jahren organisierte das damalige P-Seminar „Rassismus“ einen Vortrag mit einem Neonazi-Aussteiger für die ganze Schule über Exit. Zur Spende entschied die Schule sich, weil die Finanzierung von Exit-Deutschland durch das Familienministerium nach dem Jahr 2019 zu enden drohte.

Die Schulband-Musiker waren gleich begeistert, als ihr Lehrer ihnen das Rock-Konzert gegen Rechts vorschlug. Doch dafür mussten sie ein neues Repertoire einüben. Denn die Schulband des Christoph-Probst-Gymnasiums ist keine gewöhnliche Big Band, sie spielt weder Klassik noch Jazz. „Unsere Schulband ist eine Heavy-Metall-Band“, sagt Bandleiter Hahn. Sie heißt Asgon, es gibt sie seit elf Jahren. Physiklehrer Hahn musiziert selbst und schreibt Lieder. Also machten die Nachwuchsmusiker sich ans Werk, studierten neue Werke ein, legten Sonderproben ein.

Und dann bekam das ganze eine gewisse Eigendynamik zu nehmen: Zwei Monate vor dem Konzert kam die Musikfachschaft auf Hahn zu. Sie fand die Idee gut, bot an, sich anzuschließen. „Was ich natürlich sofort dankend angenommen habe. Je mehr, desto besser“, sagt Hahn.

Um ein breiteres Publikum anzusprechen, sollte das Konzert kein reines Rockkonzert mehr werden. Musikalisch wird ein Querschnitt von Klassik, Liedermacher-Songs, Pop, Pop-Rock, Rock und sogar etwas Punk geboten.

Beteiligt sind der Große Chor des Gymnasiums unter der Leitung von Martina Swandulla, als Solistin ist Sarah Siemers an der Violine zu hören. Und eben die Schulband unter Hahns Leitung. Chor und Band spielen zum Beispiel zusammen das Stück „Die Moorsoldaten“, ein Lied, das 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor bei Papenburg im Emsland geschrieben wurde. In diesem Lager wurden vorwiegend politische Gegner des Nazi-Regimes gefangen gehalten. Ebenso bringen sie „Wozu sind Kriege da?“ von Udo Lindenberg auf die Bühne. Und „einen Punk-Song mit sehr intelligentem Text“, wie Hahn sagt, was sich auf „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ bezieht, einem Lied der Punk-Band Slime, dessen Text auf dem Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan basiert. Hanh freut sich schon auf das Konzert. „Slime an der Schule spielen, ist ja auch etwas Besonderes“, sagt er. Vor allem gehe es aber darum, als Schulgemeinschaft gemeinsam mit positiven Mitteln ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Das Konzert

„Rock gegen Rechts“ findet am morgigen Donnerstag, 13. Februar, in der Aula des Gilchinger Gymnasiums statt. Beginn ist um 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr). Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

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