+
Dreistöckig und nicht im Sinne der Verwaltung: Der Bebauungsplan für das Areal am Hochstift-Freising-Weg soll sich nach dieser Planung richten.

Ortsentwicklung

Null Interesse an Alternativen

Die Vorschläge der Planerin fanden keine Beachtung: CSU-Fraktion und Freie Wähler haben sich beim Bebauungsplan für das Areal Hochstift-Freising-Weg/Karolinger Straße in Gilching für die Vorstellungen des Bauherrn entschieden. Die Verwaltung hatte davon abgeraten und eine lockerere Bebauung vorgeschlagen.

Gilching – Die Vorschläge der Planerin fanden keine Beachtung: CSU-Fraktion und Freie Wähler haben sich beim Bebauungsplan für das Areal Hochstift-Freising-Weg/Karolinger Straße in Gilching für die Vorstellungen des Bauherrn entschieden. Die Verwaltung hatte davon abgeraten und eine lockerere Bebauung vorgeschlagen.

Im März 2019 beschloss der Gemeinderat in Gilching die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Grundstücke rund um den Hochstift-Freising-Weg/Karolinger Straße. Anstelle des Getränkemarktes sollen mehrere Wohnhäuser entstehen. Bauherr ist der Inhaber des Getränkemarkts, der geschlossen werden soll. Mit der Erstellung eines städtebaulichen Strukturkonzepts sowie Alternativvorschlägen zur Wohnbebauung hatten die Beteiligten das Ingenieurbüro Plankreis aus München beauftrag. Planerin Susanne Dorner hatte acht Alternativvorschläge im Gepäck.

„Das Areal liegt im städtebaulichen Sanierungsgebiet. Ziel ist unter anderem ein ausgewogenes Verhältnis von versiegelten und überbauten Flächen unter Berücksichtigung von Grünflächen. Es wurde außerdem versucht, die Vorschläge des Eigentümers zu integrieren“, erklärte Dorner in der Sitzung. Sie räumte ein, dass wegen des Verkehrs auf der Karolinger Straße nur „punktuelle Verbesserungen“ möglich seien. Bauamtsleiter Max Huber ergänzte, dass insbesondere die Platzgestaltung gegenüber dem Hochstift-Freising-Weg und auch die Ausrichtung der Baukörper mit Grünbereichen hervorzuheben seien, was auch die Erschließung für Fußgänger und Radfahrer angehe. „Es wurden bei allen Varianten die Wünsche des Eigentümers berücksichtigt und darauf geachtet, dass die Planung auch der Allgemeinheit zugutekommt“, erklärte er.

Anderer Meinung war da Thomas Reich (FW). Er monierte, dass acht Monate vergangen seien, ehe man eine Diskussionsgrundlage auf dem Tisch liegen habe. Er vertrat die Meinung, dass kein Bebauungsplan nötig sei und der Bauherr auch nach § 34 hätte bauen können. Den favorisierten Vorschlag der Planerin mit drei einzelnen Baukörpern bezeichnete er als „kasernenartigen Baustil“, der „alles andere als attraktiv“ ist. Reich stellte deshalb den Antrag, den Bebauungsplan nur auf Grundlage der Vorgaben des Bauherrn zu entwickeln. Für Huber war dies nicht nachvollziehbar. „Den vom Bauherrn eingereichten Antrag auf eine dreistöckige Bebauung halte ich für indiskutabel, da er nichts für die Allgemeinheit tut. Wir wollen alle eine städtebauliche Aufwertung und dann werden nicht einmal die Alternativen diskutiert und auch der dafür vorgesehene Gestaltungsbeirat nicht gehört“, ärgerte er sich. Vergeblich: Mit zwölf zu neun Stimmen genehmigte eine knappe Mehrheit Reichs Antrag.

Uli Singer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die neue Kapelle im Rummelsberger Stift: Ein Ort für die Ewigkeit 
Bislang mussten die Bewohner des Rummelsberger Stift in Söcking ihre Gottesdienste in der Cafeteria der Wohnanlage abhalten, nun ist das aber Geschichte. Vor wenigen …
Die neue Kapelle im Rummelsberger Stift: Ein Ort für die Ewigkeit 
Innovation bei der Feuerwehr Gilching: Auf engem Raum schneller retten
Die Feuerwehr Gilching ist für die Zukunft gerüstet: Seit Dienstag kann sie im Einsatz auf eine neue Drehleiter setzen. Dass das Fahrzeug zuverlässig funktioniert, ist …
Innovation bei der Feuerwehr Gilching: Auf engem Raum schneller retten
Urteil im Honorarstreit: Starnberg soll Anwalt 188 000 Euro zahlen
Rechtsanwalt Dr. Walter Georg Leisner beriet die Stadt Starnberg 2017 in Sachen Seeanbindung. Das Ende dieser Zusammenarbeit: ein erbitterter Rechtsstreit.
Urteil im Honorarstreit: Starnberg soll Anwalt 188 000 Euro zahlen
Mietvertrag verlängert: Planungssicherheit für die DAV-Sektion Vierseenland
Die DAV-Sektion Vierseenland hatte sich vom Seefelder Gemeinderat einen langfristigen Mietvertrag für die Räumlichkeiten im örtlichen Alten Rathaus gewünscht - und …
Mietvertrag verlängert: Planungssicherheit für die DAV-Sektion Vierseenland

Kommentare