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Ein Stahlgerüst (hier vergrößert) steht ganz frisch an der Großbaustelle in der Gilchinger Ortsmitte - was soll das?

Baustelle der Raiffeisenbank in der Ortsmitte

Gilching rätselt über seltsames Stahlgerüst im Zentrum - das steckt dahinter

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Ein Stahlgerüst an der Baustelle der Raiffeisenbank in der Ortsmitte von Gilching beschäftigt derzeit viele Menschen. Wir haben nachgefragt.

Gilching – Das stählerne Monstrum im Ortszentrum von Gilching ist nicht zu übersehen. Seit ein paar Tagen steht es direkt an der Römerstraße, am Bauzaun zur Großbaustelle der Raiffeisenbank. Was es damit auf sicht hat? „Dort kommt ein Portalkran drauf“, erklärt Bankvorstand Reinhard Coulon im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Lkw sollen unter dem stählernen Gerippe halten können und entladen werden. „So sparen wir Platz und müssen die Römerstraße nicht weiter behindern“, sagt Coulon. Umständliches Rangieren in der stark befahrenen Ortsdurchfahrt soll so nach Möglichkeit entfallen.

Der Portalkran ist eine kleine Variante der Riesenteile, die so ähnlich in Containerhäfen stehen, beispielsweise in Hamburg. „Das Fundament dafür ist gelegt, die Konstruktion muss jetzt noch sozusagen verdübelt werden“, erklärt der Bankvorstand. Dann werde eine Spezialfirma den Kran aufbauen – „im Laufe der nächsten Tage, abhängig von der Witterung“, sagt Coulon und gibt zu: „Das ist keine ganz alltägliche Konstruktion.“ Die erforderlichen Genehmigungen lägen aber vor.

Ein Gerüst, über das Gilching rätselt.

Baustelle in Ortsmitte von Gilching: Erste Mietverträge noch im ersten Quartal

Mit dem Portalkran kann die Großbaustelle von zwei Seiten aus bedient werden. Im nordöstlichen Teil der Baustelle unweit der Mittelschule steht bereits ein 50 Meter hoher Kran. Der allein reiche aber nicht aus, sagt Coulon. Gerade wenn Fundamente oder Decken gebaut würden, fielen riesige Lasten an.

Wie berichtet, soll bis Ende 2021 an der Ecke Römerstraße/Rathausstraße ein Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt rund 3400 Quadratmetern Nutzfläche zuzüglich Tiefgarage entstehen. Ins Erdgeschoss kommt ein Supermarkt. Als weitere Mieter sind nach wie vor unter anderem die Gilchinger Radiologiepraxis und die St.-Vitus-Apotheke im Gespräch. Allerdings seien bislang noch keine Mietverträge unterschrieben, betont der Bankvorstand. Coulon geht aber davon aus, dass es noch im ersten Quartal die ersten Abschlüsse geben wird. Zumal die Art der Nutzung durchaus Einfluss zum Beispiel auf die Statik des Gebäudes haben kann. Ein Magnetresonanztomograf, wie er in Radiologiepraxen zum Einsatz kommt, wiegt in der Regel mehrere Tonnen. Darüber hinaus müssten bei Mietern aus dem Bereich Medizin/Pharmazie auch Fachplaner einbezogen werden.

Großbaustelle in Gliching: Bis Ende 2021 soll auf der Fläche ein Gebäude mit Supermarkt, Apotheke, Praxen, Büros und Wohnungen entstehen.

Baustelle der Raiffeisenbank: Fußgängertunnel entsteht an Römerstraße

Die Raiffeisenbank beteiligt sich an allen Schritten unmittelbar. So gibt es beispielsweise auch keinen Generalunternehmer. „Wir vergeben alle Gewerke einzeln nach Ausschreibung“, erklärt Coulon, der allerdings keine geplante Investitionssumme nennen will. Der Auftrag für den Rohbau ging an die Firma Vilgertshofer aus Alling, der für die Fassade an die Firma Gumpp und Maier aus dem schwäbischen Binswangen. Dabei handele es sich um eine „Hybridfassade mit Holzstruktur“, sagt Coulon. Sie sei energetisch besser als herkömmliche Fassaden, jedoch kein tragendes Element und könne von daher vorgefertigt werden.

Unabhängig von dem zusätzlichen Kran entsteht auf dieser Seite der Römerstraße auch noch ein Fußgängertunnel, durch den die Passanten die Baustelle passieren können, ohne auf die andere Straßenseite wechseln zu müssen. Die bereits aufgestellten Betonelemente zur Fahrbahn hin bleiben stehen.

Auch in Starnberg beschäftigt ein großes Vorhaben derzeit die Politik.

Wie die Reaktionen auf das „moosaik“ ausfallen, lesen Sie hier.

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