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Endlich wieder Kultur: Das Kunstforum Gilching richtete die 4. Lange Nacht aus.

Premiere zwischen Frust und Freude

Die „4. Lange Nacht der Kunst und Kultur“ als erste Veranstaltung des Kunstforums Gilching in Zeiten von Corona war eine logistische Meisterleistung. In der Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums mussten Hygieneregeln eingehalten werden, und die erstmalige Liveübertragung in die Filmstation am Bahnhof hatte ihre Tücken.

Gilching– „Nein, mich stört es nicht, dass wir unsere Namen und Telefonnummern angeben und unsere Hände desinfizieren mussten“, sagte Ruth Neureuther aus Gilching. „Das ist halt nun mal so.“ Vielmehr wertete Neureuther die 4. Lange Nacht für Kunst und Kultur des Gilchinger Kunstforums als Auftaktveranstaltung für weitere Veranstaltungen, die ihrer Meinung nach nun folgen werden. Insgesamt standen am Samstag zwischen 18 und 22 Uhr sechs Blocks unterschiedlicher Kunstrichtungen von Klassik über Jazz und Kabarett auf dem Programm.

Den Start machte das Ballettensemble der Musikschule Gilching unter Leitung von Hannelore Husemann-Sieber. Die jungen Tänzer zeigten Ausschnitte aus „Peterchens Mondfahrt“ nach dem gleichnamigen Ballett von Wolfgang Zoubek. Musikalisch begleitet wurden sie vom Jugendensemble für Neue Musik Bayern. Und so tanzten sich der Sandmann, das Taumariechen, die Nachtfee, Frau Holle, die Schneeprinzessin, die Blitzhexe und die Morgenröte sowie Peterchen und Anneliese mit dem Käfer Sumsemann schnell in die Herzen der 50 Zuschauer. Anhaltender Applaus war der Lohn für die Nachwuchs-Künstler.

In die Rolle des Sandmanns war Christina Holy aus Seefeld geschlüpft. „Ja, es war sehr ungewöhnlich, dass auf den Zuschauerplätzen nur wenige und außerdem nur maskierte Menschen saßen. Normal treten wir ja immer vor ausverkauftem Haus auf“, berichtet die 17-Jährige. Generell aber habe sich das komplette Ensemble gefreut, „dass wir endlich wieder vor Publikum tanzen durften. Und es hat auch richtig Spaß gemacht“. Ende September gastiert die Gruppe übrigens mit Peterchens Mondfahrt im Münchner Gasteig.

Begeistert vom Engagement aller Beteiligten zeigte sich Heinrich Streckfuß aus Geisenbrunn. „Die Live-Kultur ist meiner Frau und mir schon sehr abgegangen“, sagt er. „Wir sind sehr kulturbeflissen und hatten heuer nach sechs Jahren Bemühungen endlich auch Karten für Bayreuth. Das ist leider ausgefallen. Danke deshalb an die Aktiven des Kunstforums für ihr Engagement. Die Lange Nacht ist hervorragend organisiert und wir bleiben auch bis zum Schluss.“

Weniger Glück hatten die rund 25 Besucher, die zwecks ausverkauftem Gymnasium in die Filmstation Gilching auswichen. „Die Idee der Liveübertragung war super. Leider hat die Synchronisation zwischen Bild und Stimme nicht richtig funktioniert“, bedauert Kino-Betreiber Ulf Maneval. Was weniger an den Filmemachern und Tontechnikern als am Internet als Übertragungsmöglichkeit gelegen habe, erklärt Filipa Campus-Viola vom gleichnamigen Ton- und Filmstudio. „Wir hatten in Zusammenarbeit mit Limelight sechs Techniker und einige Helfer am Start. Leider wurde der Auftrag für das Streaming sehr kurzfristig erteilt, weshalb keine Zeit für eine Generalprobe blieb. Uns blieb nichts anderes übrig, als unser Bestes zu geben.“ Es seien zwar einige Besucher gegangen, aber richtig ärgerlich sei niemand gewesen. „Viele waren einfach nur froh, dass sich live wieder etwas tut.“ Wie berichtet, gehen die Spenden aus der Langen Nacht des Kunstforums zugunsten der Lebenshilfe Starnberg.

Uli Singer

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