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Dass die Bebauungsplanaufstellung für dieses Projekt am Hochstift-Freising-Weg gekippt wurde, will ein Teil des Rats so nicht hinnehmen.

Abstimmung: Räte pochen auf Überprüfung

Mit dem gekippten Aufstellungsbeschluss in puncto Bebauungsplan Hochstift-Freising-Weg in Gilching ist FDP-Gemeinderat Willi Boneberger nicht einverstanden. Er hat mit Unterstützung weiterer sieben Ratsmitglieder einen Antrag auf Überprüfung gestellt.

Gilching – Wie berichtet, hatte der Gilchinger Bauausschuss den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan für ein Areal am Hochstift-Freising-Weg/Karolingerstraße nach einem 3:3-Patt bei der Abstimmung abgelehnt. Unter anderem waren die zwölf Meter Höhe des geplanten viergeschossigen Gebäudes Anlass für die Ablehnung. Es soll dort anstelle des jetzigen Getränkemarkts entstehen. Die Bauform entsprach exakt den Vorstellungen des Bauherrn und war in der Novembersitzung des Gemeinderats mit knapper Mehrheit favorisiert worden. Bürgermeister Manfred Walter (SPD) und seine Fraktion waren in der Bauausschusssitzung anderer Meinung. „Wenn wir das genehmigen, wirkt sich dies auf die künftige Bebauung aus“, betonte er. Eva Hackstein (SPD) wusste zudem von etlichen Nachbarn, „die Kritik angemeldet haben, weil sie den Bauriegel für zu massiv halten“. Da CSU-Rat Paul Vogl die Bauausschusssitzung vor der Abstimmung über das umstrittene Vorhaben verlassen hatte, blieben nur noch drei Befürworter. Das sorgte für die Patt-Situation und damit für die Ablehnung. Für Willi Boneberger (FDP) entspricht dies nicht seinem Demokratieverständnis, dass ein „geschrumpfter Bauausschuss“ den Willen des Gemeinderats aushebeln kann. Er stellte deshalb den Antrag auf eine Nachprüfung durch das Ratsgremium.

„Ja, diese Möglichkeit gibt es. Der Antrag muss innerhalb einer Woche nach Beschluss eingereicht und von sechs Räten unterschrieben werden“, erklärte Walter. Der Antrag komme nun in der Ratssitzung am 31. März auf die Tagesordnung. „Es ist schade, weil nun das Vorhaben wieder auf die lange Bank geschoben wird. Wäre der Überprüfungsantrag nicht eingegangen, hätten wir uns sofort mit dem Bauherrn zusammensetzen und nach einer für alle verträglichen Lösung suchen können“, sagte Walter. Die zwölf Meter Höhe an dieser Stelle seien keinesfalls städtebaulich vertretbar. „Unser Rathaus als höchstes Gebäude am Hochstift-Freising-Weg hat um die neun Meter Höhe. Daran sollte man sich bestenfalls orientieren.“

Unter anderem unterschrieb auch Rosmarie Brosig (BfG) den Antrag. „Wir brauchen Wohnraum, deshalb ist es wichtig, in die Höhe zu bauen, da bebaubare Grundstücke rar geworden sind“, erklärte sie auf Anfrage. Brosig schlägt zudem vor, bei Bauvorhaben mit den jeweiligen Bauherren städtebaulich zu vereinbaren, dass auch der soziale Aspekt berücksichtigt wird. „Wir brauchen beispielsweise dringend Wohnraum für betreutes Wohnen. Alte Menschen sind oft bereit, ihre einst großen Wohnungen oder Häuser jungen Familien zu überlassen, bekommen sie bezahlbare Alternativen.“ Beispielsweise könnten ein bis zwei Wohnungen dem sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden. „Es ist jedoch Aufgabe der Gemeinde, dies zu verhandeln, bevor großzügig Baurecht wie am Hochstift-Freising-Weg vergeben wird“, findet Brosig.

Uli Singer

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